23.02.2026
TRISTAN UND ISOLDE
Richard Wagners legendäres Meisterwerk entführt in eine Welt jenseits von Leben und Tod, in der Liebe nur im Angesicht des Untergangs vollends erblüht. Vom 22. März bis 11. April an der Oper Frankfurt.
Oper in zwei Akten, acht Bildern und einem Epilog / Libretto von Alexander Medwedew / Szenische Uraufführung 2010
Was bedeutet Überleben, wenn die Erinnerung unausweichlich bleibt? Weinbergs Oper Die Passagierin verbindet persönliche Schuld und historisches Grauen zu einem beklemmenden Spiel aus Gegenwart und Erinnerung, in dem eine vermeintlich neue Zukunft von der verdrängten Vergangenheit in Auschwitz eingeholt wird.
Erleben Sie die die Wiederaufnahme von Die Passagierin vom 1. bis 21. Februar 2026.
Ende der 1950er Jahre, ein Schiff auf dem Weg nach Brasilien. Gemeinsam mit ihrem Mann Walter reist Lisa in eine neue Zukunft. Doch plötzlich erwacht durch eine Begegnung Lisas Vergangenheit als KZ-Aufseherin in Auschwitz zum Leben. Ist die mitreisende Passagierin die ehemalige Gefangene Marta? Lisa war von deren Tod überzeugt und steht ihr nun gegenüber. Walter sieht seinen Ruf als Botschafter in Gefahr und ist fassungslos – von der Vergangenheit seiner Frau wusste er nichts.
»Wenn ich es schon überlebt habe und die anderen nicht, dann wohl, um zu bezeugen, was Auschwitz war.«
»Ich habe das Ganze aus der Perspektive nicht des Opfers, sondern aus der Perspektive der Täterin dieser SS-Aufseherin geschrieben. Das Libretto wurde zwar auf Grundlage meines Romans geschrieben, aber es weicht auch an vielen Stellen von meinem Roman ab. Ich habe während meines Lageraufenthaltes die Täter beobachten können, und ich habe sie für mich in drei Gruppen eingeteilt:
Die erste Gruppe, das waren geborene Mörder, Sadisten, die Vergnügen daran hatten, Menschen zu quälen. Die zweite Gruppe, das waren die, die die Lagerregeln befolgt haben, also das getan haben, was sie tun mussten – die haben sich relativ normal verhalten. Und die dritte Gruppe, das waren diejenigen, die auch mal ein Auge zugedrückt haben und wenn sie etwas für die Häftlinge tun konnten, dies auch getan haben. Mit der Aufseherin Anneliese Franz habe ich keine ideologischen Gespräche geführt. Sie hat auch humane Gesten gezeigt, und es gab Momente, die waren fast so etwas wie freundschaftliche Annäherungen.
Wenn es um die Lagerwirklichkeit geht, dann kann Musik viel mehr ausdrücken, was Worte – selbst die Worte eines literarischen Meisters – nicht ausdrücken könnten und das ist, kann man so sagen, die Erklärung für die Musik Weinbergs.
Kann ich verzeihen? Dem Hauptverantwortlichen, dem kann man bestimmt nicht verzeihen, aber ich kann doch den Menschen verzeihen, die dort einfach nur ihre Arbeit gemacht haben, das denke ich ist möglich, diese Art von Verzeihen.«
Auszug aus dem Trailerinterview 2015
Jetzt reinhören in die Audioeinführung zu Die Passagierin mit Dramaturg Maximilian Enderle! Alle weiteren Auftakt-Folgen finden Sie auf SoundCloud sowie auf Spotify und ApplePodcasts.
»Ich werde niemals aufhören, mich für Die Passagierin zu begeistern. Ich habe die Partitur studiert, und jedes Mal begriff ich mehr von der Schönheit und Größe dieser Musik. Sie ist ein Meisterwerk, perfekt in Form und Stil. Ich verstehe diese Oper als eine Hymne an den Menschen, eine Hymne an die internationale Solidarität der Menschen, die dem fürchterlichsten Übel auf der Welt, dem Faschismus, die Stirn boten.«
SZENENFOTOS Barbara Aumüller
FOTOS Zofia Posmysz (Pawelsawicki)
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Veröffentlicht am
08.01.2026
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