Handlung in drei Aufzügen / Text vom Komponisten / Uraufführung 1865
Ein Mythos, der alles in den Schatten stellt: Eine Liebe, die von Anfang an dem Ende geweiht ist, und dennoch eine Sehnsucht, die den Tod herausfordert.
Erleben Sie Tristan und Isolde vom 22. März bis 11. April 2026.
Ihre erste Begegnung liegt einige Zeit zurück. Damals war der im Kampf schwer verletzte Tristan von Isolde gesund gepflegt worden. Und das, obwohl sie ihn als Feind ihres Landes und als Mörder ihres Verlobten Morold erkannt hatte.
ERSTER AUFZUG
Jetzt soll die irische Prinzessin durch die Hochzeit mit König Marke von Cornwall, Tristans Onkel, den verfeindeten Ländern Frieden stiften. Tristan selbst ist der Brautwerber und bringt sie gemeinsam mit ihrer Vertrauten Brangäne nach Cornwall. Isolde verlangt von Brangäne einen Todestrank für Tristan und sich selbst - als Sühne für Morolds Tod. Brangäne reicht ihnen stattdessen einen Liebestrank.
ZWEITER AUFZUG
Auch nach der Heirat mit König Marke geben sich Tristan und Isolde im Geheimen ihrer Liebe hin und ersehnen den Tod als ihre gemeinsame Befreiung. Brangänes Warnungen vor Entdeckung überhören sie und werden schließlich von König Marke überrascht, den Tristans Verrat tief verletzt. Tristan stürzt sich in die Waffe von Markes Anhänger Melot.
DRITTER AUFZUG
Auf seiner Burg Kareol wird Tristan von seinem treuen Freund Kurwenal gepflegt, der nach Isolde geschickt hat. Nur der Gedanke an ihre Ankunft hält den tödlich verwundeten Tristan noch am Leben. Doch Isolde kommt zu spät, Tristan stirbt in ihren Armen.
Trailer
PLAY, AUGEN ZU UND OPER!
Jetzt reinhören in die Audioeinführung zu Tristan und Isolde mit Dramaturgin Mareike Wink! Alle weiteren Auftakt-Folgen finden Sie auf SoundCloudsowie auf Spotify und ApplePodcasts.
rein hören
Video: Deep Dive mit Thomas Guggeis
Generalmusikdirektor Thomas Guggeis zeigt in unserem neuen Deep Dive, wie Wagner die Emotionen und Eigenschaften der Figuren in unverkennbaren Melodien und Harmonien ausdrückt und der herbeigesehnte Liebestod als Erfüllung aller Sehnsüchte musikalisch erfahrbar wird.
Zum Werk – Katharina Thoma, Inszenierung
Ekstase im Unerreichbaren
»[...] Ich freue mich sehr über die Auseinandersetzung mit Tristan und Isolde, meiner Ansicht nach Wagners großartigstem Werk und eine faszinierende Herausforderung für jeden Regisseurin.
Mich interessiert daran vor allem die Unmöglichkeit der Beziehung oder am Ende gar die Beziehungslosigkeit, unter der die Protagonisten leiden. Eine solche Ekstase, wie Tristan und Isolde sie erleben, ist durchaus denkbar – meiner Ansicht nach allerdings nur, wenn der Partner unerreichbar ist und die Gefühle nicht durch die Banalität des Alltags zunichte gemacht werden. Außerdem kann sie nicht von Dauer sein. Vielleicht ist das der Grund, warum Tristan und Isolde sich den Tod herbeiwünschen – als letzte große Konsequenz? Mich interessieren auch die Beweggründe für Tristans Handeln, denn er schafft erst die Grundlage für diese extreme Konstellation – und damit für die großen Verletzungen zweier Menschen, die ihm sehr nahestehen.
Tristan und Isolde ist für mich weniger eine Liebesoper als vielmehr eine Geschichte, die die Unmöglichkeit einer Beziehung und die Beziehungsunfähigkeit der Liebenden thematisiert. Ich bin sehr gespannt, der Aktualität oder Zeitlosigkeit dieser Geschichte nachzuspüren.«
Englischhornist Aurélien Laizé nimmt uns mit zur Schlussprobe und zeigt seine Vorbereitungen für den Auftritt im 3. Akt. Als Bühnenmusiker ist er dort live auf der Bühne zu erleben – als Hirte.
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»Was ist Liebe? Selig sterben, Alles Ich-Seins ewiges Enterben, Aller Selbstsucht tödliches Verderben, Auferstehung im geliebten Wesen, Alles Erden-Wehes froh Genesen, Alles Daseins endliches Erlösen.«
Aus unserem Magazin: Beziehungslosigkeit
TEXT VON MAREIKE WINK
Tristan und Isolde – ein Paar, angezogen von größtem Verlangen, und doch zur Beziehungslosigkeit gezwungen. Ihre erste Begegnung liegt bereits einige Zeit zurück, nun soll Isolde Tristans Onkel, König Marke, heiraten … »Erst im Angesicht des Todes wird es den Liebenden möglich, sich ihrer Liebe rückhaltlos hinzugeben«, sagt Katharina Thoma. Für die Regisseurin sind es weniger die gesellschaftlichen Hürden und äußeren Bedingungen, die das Zusammensein der beiden verunmöglichen, sondern vielmehr ihre eigenen Prägungen und innere Verfasstheit. Vor allem für Tristan ist das Gefühl der Liebe durch frühkindliche Verlusterfahrung von Anfang an mit Schmerz, Angst und Tod verbunden. Diesem tiefenpsychologischen Aspekt geht die Inszenierung in einem abstrakten Raum von Johannes Leiacker nach und lotet die Begegnung eines der wohl prominentesten Paare aus der mittelalterlichen Literatur, auf die Richard Wagner für seine Oper zurückgriff, neu aus.
Wagners funktionsharmonisch vieldeutiger »Tristan-Akkord«, der bis kurz vor Stückende unaufgelöst bleibt, spiegelt im Kern die unstillbare, unaufhörlich nach Erlösung strebende Sehnsucht des Liebespaares. Damit blickt der Komponist weit in die Zukunft und öffnet die Tür zur Harmonik der Moderne.
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