I. AKT
Im Haus der Mutter. Der Bräutigam ist auf dem Weg in seinen neu erworbenen Weinberg und bittet die Mutter um ein Messer, um Trauben zu schneiden. Das Messer ruft in ihr düstere Erinnerungen wach: Ihr Mann und ihr älterer Sohn wurden im verbitterten Kampf mit der Familie Félix erstochen. Um sie abzulenken, spricht der Sohn von seiner bevorstehenden Hochzeit. Die Mutter ist mit der Braut einverstanden, da sie anständig und fleißig sei. Von einer Nachbarin erfährt sie, dass die Braut früher mit einem Mitglied der verfeindeten Familie, Leonardo Félix, verlobt war, der inzwischen die Cousine der Braut geheiratet hat. Die Nachbarin glaubt, es sei besser, wenn der Sohn nichts davon erfährt. Die Mutter stimmt zu.
In Leonardos Haus. Seine Frau wiegt ihr gemeinsames Kind in den Schlaf. Leonardo kehrt vom Schmied zurück, weil sein Pferd wieder ein Hufeisen verloren hat. Die Frau misstraut Leonardo und erwähnt, dass er gestern bei einem Ritt im Ödland gesehen worden sei. Er bestreitet es. Als sie von der morgigen Verlobung ihrer Cousine spricht, reagiert Leonardo schroff.
Im Haus der Braut. Die Mutter und der Bräutigam sind zur Brautwerbung erschienen. Der Brautvater ist mit der Heirat einverstanden. Die Hochzeit wird für die kommende Woche festgelegt, und die Geschenke werden der Braut überreicht. Die Mutter, der Bräutigam und der Vater verabschieden sich. Aufgeregt berichtet die Magd von Leonardos gestrigem Ritt durch das Ödland. Die Braut ist verstört. Man hört Pferdegetrappel. Auch diesmal ist es Leonardo, der am Haus der Braut vorbeijagt.
Am Morgen des Hochzeitstages kleidet die Magd ihre Herrin an. Obwohl sich die Braut sträubt, setzt sie ihr den Kranz auf. Leonardo trifft als erster Gast ein. Er erinnert die Braut an ihr Verlöbnis und wirft ihr vor, ihn nur wegen seines bescheidenen Besitzes abgewiesen zu haben. Inzwischen ist die ganze Hochzeitsgesellschaft angekommen. Der Bräutigam erscheint mit seiner Mutter. Leonardo und seine Frau beglückwünschen ihn. Die Braut drängt, sofort zur Kirche zu fahren..
II. AKT
Vor dem Haus der Braut. Die Mutter des Bräutigams und der Vater der Braut kehren als erste aus der Kirche zurück. Nach der Begegnung mit den Angehörigen der Mörder ihres Mannes und älteren Sohnes kann sich die Mutter kaum beherrschen. Der Vater der Braut tröstet sie mit Vorfreude auf ihre Enkelkinder. Inzwischen treffen alle Hochzeitsgäste ein. Leonardos Frau sucht nach ihrem Mann. Unter dem Vorwand, sich ausruhen zu wollen, begibt sich die Braut ins Haus. Die Gäste fordern das Paar auf, zu tanzen, doch die Braut ist nicht aufzufinden. Verzweifelt berichtet Leonardos Frau, dass ihr Ehemann mit der Braut auf seinem Pferd entflohen ist. Begleitet von seinen Freunden will der Bräutigam die Fliehenden verfolgen.
Nachts im Wald. Drei Holzfäller unterhalten sich über die Folgen der abgebrochenen Hochzeit. Der Mond erscheint auch als Holzfäller. Er ist bleich und leuchtet sowohl den Fliehenden als auch ihren Verfolgern den Weg. Als alte Bettlerin begleitet der Tod den Bräutigam dorthin, wo er das flüchtige Paar finden wird. Die Braut beschwört Leonardo, ohne sie zu fliehen, damit er sein Leben rette, doch er zieht sie mit sich fort. Die Verfolger holen die beiden ein. Aus der Ferne ertönen zwei Schreie: Leonardo und der Bräutigam haben sich gegenseitig erstochen.
Am Morgen im Dorf. Zwei Mädchen und ein Kind erwarten die Rückkehr der Hochzeitsgäste. Leonardos Frau weiß nicht, was in der Nacht geschehen ist. Die Schwiegermutter ahnt das Unheil. Die Bettlerin berichtet den Mädchen, dass die beiden Männer gefallen seien, die Braut jedoch heimkehren werde. Zuletzt kommen die Mutter und schließlich die Braut. In ihrem Zorn schlägt die Mutter die Braut, die sie für eine Ehebrecherin hält. Die Braut beteuert ihre Unschuld und erfleht den Tod. Doch die Mutter wendet sich von ihr ab. Ihre Totenklage gilt dem Messer, durch das zwei Männer sterben mussten.