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Opernappetizer

AMOR VIEN DAL DESTINO

Agostino Steffani

Oper in drei Akten / Text von Ortensio Mauro nach Vergil / Uraufführung 1709, Hofoper, Düsseldorf

In Amor vien dal destino treffen Liebe, Macht und Schicksal aufeinander und entfachen ein barockes Drama voller Emotion und Spannung. Agostino Steffanis selten gespielte Oper feiert ihre Frankfurter Erstaufführung.

Erleben Sie die Premierenserie von Amor vien dal destino vom 25. Januar bis 28. Februar 2026.

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Bildunterschruft:
Daniela Zib (Giuturna) und Margherita Maria Sala (Lavinia) © Matthias Baus

Inhalt

Handlung

»Amor vien dal destino«

PROLOG

Unter den Göttern herrscht Zwist: Soll Aeneas, der trojanische Held, nach seinen Irrfahrten in Latium stranden dürfen oder nicht? Venus, Aeneas’ Mutter, bittet den Göttervater Jupiter inständig, Erbarmen mit ihrem Sohn zu haben und die Landung zu erlauben. Jupiter stimmt zu. Allerdings müsse man in Latium erst einmal neue Fakten schaffen: Die dortige Prinzessin Lavinia, die eine ideale Partnerin für Aeneas wäre, wurde nämlich aus politischen Gründen Turnus, dem König der Rutuler, versprochen. Amor soll Abhilfe schaffen …

ERSTER AKT

Lavinia ist im Traum ein Mann erschienen, den sie nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Am Tag ihrer Hochzeit vertraut sie sich ihrer Amme Nicea an: Lavinia ist sich sicher, dass es ihr Schicksal sei, diesen Mann und nicht Turnus zu heiraten. Als dieser ihr plötzlich in persona gegenübersteht, fühlen sich beide sofort zueinander hingezogen. Doch Lavinia meint Aeneas’ Worten zu entnehmen, dass er eine andere liebt. Sie zieht sich zurück.

Aeneas’ Gefährte Corebus soll nun mehr über Lavinias Seelenleben in Erfahrung bringen. Zeitgleich quält sich Lavinias Schwester Giuturna mit ihren Gefühlen für Turnus. Ihm gesteht Lavinia, dass sie ihn lediglich aus Pflichtgefühl heiraten und somit unglücklich machen würde; er solle lieber Abstand von ihr nehmen. Gekränkt schwört Turnus Rache, während Corebus die Amme Nicea umschwärmt, um durch sie mehr über Lavinia zu erfahren.

ZWEITER AKT

König Latinus will die Hochzeit von Lavinia und Turnus um jeden Preis retten und redet seiner Tochter ins Gewissen. Doch Lavinia bleibt dabei: Sie könne ihre Gefühle nicht kontrollieren, das Schicksal habe eine andere Liebe für sie bestimmt. Nun versucht auch Giuturna, Turnus ihre Schwester auszureden.

Dann begrüßt Latinus Aeneas offiziell in Latium. Als Turnus Latinus und Lavinia wegen der platzenden Hochzeit als Eidbrüchige beschuldigt und mit Vergeltung droht, stellt sich Aeneas an die Seite der Latiner.

Lavinia überlegt, ob Selbstmord ein Ausweg sein könnte, um den Konflikt zu lösen und ihren Vater und das Königreich zu retten. Aeneas erfährt von Corebus, dass Lavinia ihn liebt, seit er ihr – wie sie ihm – im Traum erschienen ist. Er schwört, Lavinia im Duell mit Turnus zu rächen und sich anschließend selbst das Leben zu nehmen.

Giuturna behauptet Nicea gegenüber, Lavinia zu sein. Nun greift Jupiter in der Gestalt von Turnus’ Hauptmann Coraltus in die Szene ein und nimmt Giuturna alias Lavinia mit sich.

DRITTER AKT

Latinus ist verzweifelt. Im Traum erscheint ihm Faunus, der ihn beschwört, die Hochzeit von seiner Tochter und Turnus nicht stattfinden zu lassen, weil Lavinia für Aeneas bestimmt ist. Der trojanische Held würde in Latium ein neues Reich begründen, und aus seiner Verbindung mit Lavinia würde ein edles Geschlecht hervorgehen, dessen Ruhm weit in die Zukunft reicht.

Giuturna wird zu Turnus gebracht. Sie behauptet weiterhin, Lavinia zu sein und spricht von ihrer Liebe. Es kommt zum Duell zwischen Aeneas und Turnus. Kurz bevor Aeneas seinen Rivalen tötet, geht Giuturna dazwischen. Sie fordert ihr Recht als »Geschädigte« ein, Turnus für ihre vermeintliche Entführung selbst zu bestrafen. Doch als sie das Schwert gegen ihn richtet, kann sie sich nicht zum Todesstoß durchringen; stattdessen gestehen sich beide ihre gegenseitige Liebe.

Lavinia verflucht Amor und die Sterne für ihre Bestimmung, Aeneas zu lieben, der ihre Zuneigung nicht zu erwidern scheint. Nicea bestärkt Lavinia, auf die Macht des Schicksals zu vertrauen. Als sich Aeneas und Lavinia kurz darauf wiederbegegnen, können sie das große Missverständnis endlich aufklären. Und Aeneas spricht aus, was sich Lavinia so sehr gewünscht hat: Sie selbst ist es, deren Bild ihm im Traum erschienen ist. Im allgemeinen Freudentaumel wendet sich Venus an ihren Sohn Aeneas und bestärkt ihn, seinem vorherbestimmten Weg zu folgen.

PLAY, AUGEN ZU UND OPER!

Demnächst reinhören in die Audioeinführung zu Amor vien dal destino mit Dramaturgin Mareike Wink! Alle weiteren Auftakt-Folgen finden Sie auf SoundCloud sowie auf Spotify und ApplePodcasts.

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Bildunterschruft:
Constantin Zimmermann (Coralto) © Matthias Baus

Zum Werk – Václav Luks, Musikalische Leitung

Ein Meister der Vielfalt

»Mich persönlich fasziniert an Steffanis Musik, dass sie trotz aller Gelehrsamkeit und intellektuellen Ansprüche äußerst inspiriert und geistreich bleibt – und daher dem Hörer sehr zugänglich ist. Ihre unglaubliche Vielfalt entzieht sich jeder Kategorisierung.

© Petra Hajská

Steffanis raffinierter Umgang mit Secco-Rezitativen, in denen er mit poetischem Feingefühl die rhetorische Seite des Italienischen betont, erinnert an Cavalli oder gar Monteverdi. […] Auch die Arien zeigen große Vielfalt: von virtuosen Da-Capo-Arien […] bis zu kurzen, charakterisierenden Nummern und strophischen Canzonetten. […] Innovativ ist zudem die Instrumentierung. Steffani verbindet etwa Lavinia mit der Laute – eine Seltenheit –, und setzt beim Auftritt des Fauno sogar ein Ensemble von vier Chalumeaux ein. […] Neben schlichter venezianischer Orchesterbesetzung findet sich kunstvoller Kontrapunkt, der seine Meisterschaft zeigt. […] Wie später bei Mozart und Da Ponte vereint Amor vien dal destino Elemente von Opera seria und Opera buffa. […] Die Tenor-Besetzung von Lavinias Amme und ihr Flirt mit Corebo unterstreichen den komischen Anteil. […] Die stilistische, instrumentale und dramaturgische Vielfalt dieses Werks begeistert mich besonders.«

Auszug aus dem Magazin Januar / Februar 2026.


Bildunterschruft:
Margherita Maria Sala (Lavinia) © Matthias Baus

Aus unserem Magazin: Letzte Station: Frankfurt am Main

TEXT VON MAREIKE WINK

Voller Enthusiasmus und Tatendrang hatte der junge Agostino Steffani unzählige fruchtbare Grenzgänge zwischen kulturellen, politischen und konfessionellen Welten beschritten. Die permanenten Wechsel zwischen unterschiedlichsten Positionen, Themen, Zuständigkeiten, Loyalitäten und damit einhergehenden Zwängen und Einschränkungen hinterlassen mit der Zeit allerdings Spuren. Immer wieder muss der Komponist sein künstlerisches Schaffen, das u.a. 17 Opern, zahlreiche Kammerduette und geistliche Vokalmusik umfasst, beiseitelegen. Gleichzeitig ist es das Komponieren, worin Steffani zeitlebens seine emotionale Balance und Konzentration wiederfindet.

Dass ihn die Londoner Royal Academy of Vocal Music 1727 zum Präsidenten wählt, erfüllt den bereits geschwächten Musiker mit Freude und Stolz. Die Reise nach London nimmt er jedoch nicht mehr auf sich. Stattdessen tritt Steffani seine endgültige Rückkehr nach Italien an, um sich in Padua zur Ruhe zu setzen. Auf dem Weg in den Süden macht er im Februar 1728 in Frankfurt am Main Halt, um seine angeschlagene Finanzsituation durch den Verkauf italienischer Kunstwerke aufzubessern. Gerade in der Stadt angekommen, ereilt den 74-Jährigen ein tödlicher Schlaganfall. So kommt es, dass dieser große Europäer im Frankfurter Kaiserdom seine letzte Ruhestätte findet. In dessen Magdalenenkapelle erinnert ein Epitaph aus schwarzem Marmor an den bedeutenden Musiker, Diplomaten, Bischof, Universalgeist

Auszug aus dem Magazin Januar / Februar 2026.

»Musik ist dazu berufen, die Leidenschaften der Seele zu bewegen, zu steigern, zu verändern und zu besänftigen, durch die Kraft der Harmonie. [...] «
Agostino Steffani, »Quanta certezza«

Zum Werk – Anna-Sofia Kirsch, Bühnenbild

Im Spannungsfeld der Gefühle

»Amor vien dal destino ist mein Debüt an der Oper Frankfurt – jenes Haus, an dem ich vor vielen Jahren als Hospitantin erstmals hinter die Kulissen eines Theaters blicken durfte. Besonders freut es mich, diese Arbeit mit dem Regisseur R.B. Schlather, der Kostümbildnerin Katrin Lea Tag und dem engagierten Team dieses Hauses zu realisieren.

© Maren Schäfer

Agostino Steffanis Werk ist weitgehend unbekannt, was eine besondere Freiheit beim Arbeiten eröffnet: ein Erforschen und Kennenlernen der Figuren, Situationen und Räume jenseits vorgeprägter Deutungen. […] In Steffanis Oper interessieren mich vor allem die Begegnungen unter den Figuren – Momente, in denen auch innere und äußere Beweggründe aufeinandertreffen. […] Eine Anspielung auf barocke Gartenanlagen wird in unserer Konzeption zum sinnbildlichen Ort für eine Welt, die geprägt ist von Ordnung, Präzision und Kontrolle – eine Struktur in starkem Kontrast zu den leidenschaftlichen Gefühlen, die das Werk verhandelt. […] Und über allem steht die Frage nach dem Schicksal des Einzelnen – göttliche Fügung oder persönliche Entscheidung?«

Auszug aus dem Magazin Januar / Februar 2026.

Rund um Ihren Besuch

KINDERBETREUUNG

Die Betreuung von Kindern von 3–8 Jahren ist für Eltern, die die Vorstellung besuchen, kostenlos. Eine Anmeldung unter gaesteservice@buehnen-frankfurt.de oder Tel. 069 212 37 348 (bitte Rückrufnummer angeben) ist erforderlich – es gibt nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen.

TERMIN
15. Februar 2026, 15.30 Uhr, Oper Frankfurt

BUCHTIPP

Die Krimiautorin Donna Leon widmet Steffanis bewegter Biografie ihren Roman Himmlische Juwelen, erschienen bei Diogenes 2014.

ISBN
978-3-257-24286

STEFFANI-FESTWOCHE

Hannover lädt unter dem Motto »Sterne« zum 9. Mal zu einer Konzertreihe an verschiedene Orten in der Stadt, in welcher Steffani zu Lebzeiten als Hofkapellmeister wirkte.

TERMIN
20. Februar bis 1. März 2026

TICKETS BUCHEN

25., 30. Januar / 5., 7., 15., 18., 20., 28. Februar 2026

Tauchen Sie ein in die Welt von Liebe, Macht und Schicksal und lassen Sie sich von Steffanis Musik verzaubern – jetzt Tickets für Amor vien dal destino sichern!

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Veröffentlicht am

22.01.2026

Willy-Brandt-Platz

Spielort

Willy-Brandt-Platz

60311 Frankfurt am Main

Anfahrt

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