Von der Juilliard School an die Oper Frankfurt: Die junge Mezzosopranistin spricht im Spotlight-Interview über ihren Einstieg ins Opernstudio, künstlerische Ziele, prägende Erfahrungen und Partien, die sie in Zukunft unbedingt singen möchte.
Mitglied des Opernstudios der Oper Frankfurt (seit der Spielzeit 2025/26)
Partien an der Oper Frankfurt
Musiker (Manon Lescaut)
Kate Pinkerton (Madama Butterfly)
Isaura (Ruby Dibble)
Sandmännchen (Hänsel und Gretel)
Linetta (Die Liebe zu den drei Orangen)
Siegrune (Die Walküre)
Internationale Engagements
Liederabend in der Carnegie Hall
Glimmerglass Festival
Carnegie Hall (SongStudio)
Aspen Music Festival
Wolf Trap Opera
Merola Opera Program (2025)
Ausbildung
Oberlin College & Conservatory (Bachelor of Music)
Curtis Institute of Music (Master of Music)
Juilliard School in New York (Artist diploma in opera studies)
Auszeichnungen
Finalistin der Metropolitan Opera Laffont Competition (2024)
Gewinnerin der Annapolis Opera Vocal Competition (2024)
Preisträgerin der Cooper-Bing Competition (2023)
Video: Soiree des Opernstudios
Ruby Dibble präsentierte am 11. November 2025 im Rahmen der Soiree des Opernstudios Georges Bizets »L’amour est un oiseau rebelle« aus Carmen sowie Gaetano Donizettis »O mio Fernando« aus La favorita
Ankommen und wachsen – 5 Fragen an Ruby Dibble
Franziska Schmidt:
Seit der aktuellen Spielzeit bist du Mitglied des Opernstudios der Oper Frankfurt – wie hast du deinen Einstieg in das Ensemble erlebt?
Ruby Dibble:
Ich wollte seit langem in Deutschland arbeiten und ich bin so dankbar, endlich hier zu sein. Seit ich im Opernstudio bin, habe ich viele interessante und innovative Inszenierungen gesehen, und das hat mich inspiriert und mich als Künstlerin wachsen lassen.
FS:
In der Saison 2026/27 erwarten dich sehr unterschiedliche Partien – vom Sandmännchen in Hänsel und Gretel bis zu Siegrune in Die Walküre. Was reizt dich besonders an dieser stilistischen Vielfalt?
Ruby Dibble:
Eins meiner größten Ziele als Künstlerin ist es, immer flexibel zu bleiben und unsere kommende Spielzeit (2026/27) gibt mir diese Möglichkeit. Auch wenn mein Stimmfach vielleicht eher zu einer Walküre passt als zum Sandmännchen, gibt mir die Produktion Hänsel und Gretel die Gelegenheit, eine ruhigere Stimmfarbe zu singen. Ich freue mich auf diese Erfahrung.
FS:
Wenn du auf deine bisherige Laufbahn blickst: Welche künstlerischen Ziele möchtest du dir in den kommenden Jahren noch erfüllen, und gibt es eine Traumrolle, die du unbedingt einmal singen möchtest?
Ruby Dibble:
Einige meiner Traumrollen sind sicherlich Carmen von Bizet, Octavian aus Der Rosenkavalier, Eboli aus Don Carlos, sowie Santuzza aus Cavellaria rusticana. Seit ich im Opernstudio bin, wurde ich ermutigt, ein größeres Repertoire zu singen. Und das bedeutet für mich, dass ich hoffentlich bald meine Traumrollen singen kann. Das würde mich sehr glücklich machen.
»Seit ich im Opernstudio bin, habe ich viele interessante und innovative Inszenierungen gesehen, und das hat mich inspiriert und mich als Künstlerin wachsen lassen.«
FS:
Du hast am Oberlin College, am Curtis Institute of Music und an der Juilliard School studiert. Wie haben diese renommierten Ausbildungsstätten deine künstlerische Entwicklung geprägt?
Ruby Dibble:
Meine Ausbildung an der Juilliard School hat mich bestens auf die Arbeit an deutschen Opernhäusern vorbereitet. Mein Studienprogramm an der Juilliard School – das Artist Diploma Programm unter der Leitung meines Mentors, des renommierten Regisseurs und Librettisten Stephen Wadsworth – ist speziell darauf ausgelegt, jungen Sänger*innen zu vermitteln, wie sie sich auf das rasante Tempo von Wiederaufnahmen und Einspringen vorbereiten, und ihnen jene Flexibilität zu vermitteln, die es ihnen ermöglicht, sich jedem schauspielerischen Stil und jeder Regieauffassung anzupassen.
FS:
Ein Liederabend in der Carnegie Hall ist für viele Sänger*innen ein besonderer Meilenstein. Wie hast du diesen Auftritt erlebt?
Ruby Dibble:
Mein Debüt in der Carnegie Hall war ein ganz besonderes Erlebnis, da ich die vorangegangene Woche damit verbracht hatte, mein Kunstliedprogramm gemeinsam mit der großartigen Sängerin Renée Fleming und den wunderbaren Pianisten Hartmut Höll und Graham Johnson einzustudieren. Die Zusammenarbeit mit diesen renommierten Künstler*innen hat mir unglaublich viel Freude gemacht. Diese Woche auf der Bühne in der Carnegie Hall zu beenden, war eine einzigartige Erfahrung für mich.
Mehr als ein erster Platz
»Natürlich ist es ein schönes Gefühl, einen Wettbewerb zu gewinnen, aber ich habe festgestellt, dass die dadurch gewonnene Aufmerksamkeit noch wertvoller ist als der Sieg selbst. Wettbewerbe sind eine großartige Möglichkeit, sich einem breiteren Publikum vorzustellen, und ich bin sehr dankbar, dass mir Wettbewerbe wie der Metropolitan Opera Laffont Competition ermöglicht haben, meine Kunst mit einem breiteren Publikum zu teilen.«
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