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Interviews

SPOTLIGHT OPERNSTUDIO: MORGAN-ANDREW KING

Im Interview blickt Morgan-Andrew King auf seine prägenden Jahre im Opernstudio der Oper Frankfurt zurück – von seiner musikalischen Herkunft über seine Ausbildung in Neuseeland und den USA bis hin zu Partien in Boris Godunow und Melusine sowie seinen Plänen für die Zukunft.

Bildunterschruft:
Morgan-Andrew King als Oger in Aribert Reimanns Melusine © Barbara Aumüller

Inhalt

Steckbrief

Morgan-Andrew King

Herkunft

  • Neuseeland

Aktuelle Position

  • Mitglied des Opernstudios der Oper Frankfurt (seit der Spielzeit 2024/25)

Partien an der Oper Frankfurt

  • Bourdon (Le Postillon de Lonjumeau)

  • Oger (Melusine)

  • Potap (Die Zauberin)

  • Hofmeister (Die Banditen)

  • Hobson (Peter Grimes)

  • Diener / Mörder / Herold (Macbeth)

  • Mikititsch / Tschernikowski (Boris Godunow)

  • Passagier (Die Passagierin)

Internationale Engagements

  • Opéra National de Paris (Frankreich)

  • Wellington Opera (Neuseeland)

  • Festival Napa Valley (Kalifornien)

  • Mediterranean Opera Studio and Festival (Sizilien)

  • Lisa Gasteen National Opera Festival (Brisbane)

Ausbildung

  • New Zealand School of Music at Victoria University of Wellington (Neuseeland)

  • Curtis Institute of Music (USA)

Auszeichnungen

  • 1. Platz Napier Coldicutt Aria Competition (2021)

  • 2. Platz Wellington Vocal Competition

  • 2. Platz Te Awamutu Aria Finale


Video: Soiree des Opernstudios

Video
Morgan-Andrew King präsentierte am 11. November 2025 im Rahmen der Soiree des Opernstudios Giuseppe Verdis A te l’estremo addio … Il lacerato spirito.

Von Frankfurt nach Paris – 3 Fragen an Morgan-Andrew King

Franziska Schmidt: Inwiefern prägt deine Herkunft deine künstlerische Identität oder dein Verständnis von Musik und Bühne?

Morgan-Andrew King:

Dort, wo ich herkomme, ist Musik ein wesentlicher Bestandteil unserer kulturellen und gesellschaftlichen Traditionen. Bei allen wichtigen Zeremonien kommen Menschen zusammen, um Verbindungen zueinander und zu ihrer Herkunft herzustellen oder zu teilen – sei es auf körperlicher, spiritueller oder geistiger Ebene. Als Teil dieses Verbindens und Teilens werden Lieder (ebenso wie Gesänge) vorgetragen, manchmal allein, manchmal gemeinsam mit anderen. Dadurch entstand eine starke Gesangskultur innerhalb unserer Traditionen, die meiner Stimme und meinem Gesang ganz selbstverständlich ein solides Fundament gegeben hat. Weil wir unsere Worte und Gefühle durch Gesang ausdrücken mussten, empfand ich dies als einen wesentlichen Grundstein auf dem Weg, Künstler zu werden.


Video: Soiree des Opernstudios

Morgan-Andrew King präsentierte am 21. April 2026 im Rahmen der Soiree des Opernstudios Giuseppe Verdis Come dal ciel precipita.

FS: Du hast in Wellington studiert und später am Curtis Institute of Music in Philadelphia. Wie hat das Studium in diesen beiden Ländern deinen Weg als Sänger beeinflusst?

Morgan-Andrew King:

Das Studium in Neuseeland und den USA hat mir einen enormen Reichtum an Wissen vermittelt. Beide Ausbildungsstätten ergänzten sich auf ideale Weise und ermöglichten mir einen ganzheitlichen Blick auf Oper und Gesang. Ich bin sehr dankbar für die Ausbildung an diesen hervorragenden Institutionen sowie für die Unterstützung meiner Lehrerinnen, Lehrer und Korrepetitoren, die meine künstlerische Entwicklung entscheidend begleitet und geprägt haben. Sie haben mir zudem eine solide Grundlage in den Sprachen Deutsch, Italienisch, Französisch und Russisch vermittelt. Auch wenn mir das damals nicht bewusst war, erkenne ich heute, dass mich beide Länder auf das Opernstudio vorbereitet haben. Ich erinnere mich an die große Unterstützung, die mir die Menschen in Neuseeland bei meinem ersten Umzug in die USA entgegengebracht haben, und ebenso daran, wie das Curtis Institute mein Vorsingen für das Opernstudio der Oper Frankfurt unterstützt hat.

Bildunterschruft:
Morgan-Andrew King als Bourdon in Adolphe Adams Le postillon de Lonjumeau © Barbara Aumüller
»Durch den Eintritt ins Opernstudio Frankfurt konnte ich mich in außergewöhnlichem Maß weiterentwickeln.«
Morgan-Andrew King, Bass im Opernstudio der Oper Frankfurt

Video: Morgan-Andrew King bei der Eröffnung des Frankfurter Weihnachtsmarktes 2025

FS: Welche künstlerischen und persönlichen Erfahrungen konntest du durch Partien wie den Polizisten in Mussorgskis Boris Godunow und den Oger in Reimanns Melusine sammeln, und wie haben diese Engagements deine Entwicklung als Sänger beeinflusst?

Morgan-Andrew King:

Die Rolle des Polizisten in Mussorgskis Boris Godunow in der Spielzeit 2026/27 zu singen, war inspirierend, weil ich dadurch die Möglichkeit hatte, diese außergewöhnlichen tiefen Stimmen in so bedeutenden Rollen wie Pimen und Boris zu hören und zu beobachten. Ich konnte verfolgen, wie sie jeden Ton und jede Phrase gestalteten und sowohl der Musik als auch den Figuren Leben einhauchten. Außerdem bemerkte ich, wie die Rollen von Pimen und Boris unterschiedlichste stimmliche Farben nutzen, um das komplexe politische Drama des Werkes zum Ausdruck zu bringen. Ich hoffe, diese Erfahrungen in meine eigene Entwicklung als Künstler einfließen lassen zu können, und vielleicht eines Tages selbst diese Rollen auf hohem Niveau zu gestalten.

Im Vergleich zur vorherigen Spielzeit, in der ich die Rolle des Oger in Reimanns Melusine gesungen habe, war dies eine großartige Gelegenheit, mich mit einem modernen Werk auseinanderzusetzen – und das auf Deutsch! Die Partie war voller Feinheiten und stellte eine Herausforderung dar, war zugleich aber äußerst lehrreich im Hinblick darauf, wie man sich Musik dieser Art in einer nicht-muttersprachlichen Sprache erschließt.

Diese beiden so unterschiedlichen Rollen in Boris Godunow und Melusine verkörpern zu dürfen und dabei wertvolle Erfahrungen zu sammeln, erfüllt mich mit großer Dankbarkeit. Ich danke Bernd Loebe, Thomas Guggeis und Takeshi Moriuchi dafür, dass sie mir als Opernstudio-Mitglied die Möglichkeit gegeben haben, diese Partien zu erarbeiten und aufzuführen. Ihre Entscheidungen haben meine Entwicklung als Künstler nachhaltig gefördert.

»Die Zeit an der Oper Frankfurt hat mich als Künstler und Mensch geprägt und auf meinen nächsten Schritt vorbereitet.«
Morgan-Andrew King, Bass im Opernstudio der Oper Frankfurt

Zwei prägende Jahre

Morgan-Andrew King über seine Zeit im Frankfurter Opernstudio

»Wenn ich auf die vergangenen zwei Jahre zurückblicke, würde ich sagen, dass die Entscheidung für das Opernstudio in Frankfurt genau die richtige war. Wenn ich an die Zeit vor Frankfurt denke, wird mir bewusst, wie viele wunderbare Erfahrungen und Chancen ich bereits hatte, die mir ein starkes Fundament gegeben haben. Durch den Eintritt ins Opernstudio Frankfurt konnte ich mich dann in außergewöhnlichem Maß weiterentwickeln.

Morgan-Andrew King © Lara Littman

Niemand kann sagen, ob dies anderswo genauso gewesen wäre, deshalb bin ich Bernd Loebe sehr dankbar, dass er mein Potenzial erkannt hat. Seine Entscheidung, mich ins Opernstudio aufzunehmen, eröffnete mir die Möglichkeit, viele wunderbare Sängerinnen und Sänger kennenzulernen, von denen viele dem Ensemble angehören. Diese Ensemblemitglieder haben mir viel darüber vermittelt, was es bedeutet, Sänger, Darsteller, Künstler und zugleich einfach Mensch zu sein. Die Erfahrungen, die ich mit all meinen Kolleginnen und Kollegen sammeln durfte, möchte ich mitnehmen und sie zu einem wertvollen Teil meines weiteren künstlerischen Weges machen. Abschließend bin ich sehr dankbar, dass mich meine Zeit an der Oper Frankfurt in den vergangenen zwei Jahren auf meinen nächsten Schritt als Ensemblemitglied der Nationaloper Paris vorbereitet hat. Ich danke der Oper Frankfurt und hoffe, bald wieder zurückzukehren. Tschüssiii!«

Bildunterschruft:
Morgan-Andrew King mit seinen Kolleg*innen des Opernstudios
© Barbara Aumüller

Video: Taituwha King »Te Oohaakii a Tūranga – The Legacy of Tūranga«

SZENENFOTOS Barbara Aumüller

FOTOS Lara Littman

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Veröffentlicht am

25.06.2026

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