01.04.2026
VORTEILE, VORTEILE UND NOCHMAL VORTEILE: DIE OPER FRANKFURT FÜR STUDIERENDE
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Oper in drei Akten und einem Prolog / Text von Montagu Slater / Uraufführung 1945
Ein Dorf. Ein Verdacht. Ein Mann gegen alle. In Peter Grimes prallen Wellen und Vorurteile mit voller Wucht aufeinander. Regisseur Keith Warner zeichnet ein packendes Porträt einer Fischerwelt in einer düsteren Atmosphäre.
Erleben Sie die Wiederaufnahme von Peter Grimes vom 6. bis 18. September 2025.
💥 Große Gefühle in »Peter Grimes«! Ellen Orford (Magdalena Hinterdobler) stellt Peter Grimes (Allan Clayton) zur Rede – eine Szene voller Spannung und Intensität.
Aufgenommen in der Schlussprobe von »Peter Grimes« im September 2025.
Der Fischer Peter Grimes muss sich vor Gericht verantworten, weil sein Lehrjunge während einer Bootsfahrt ums Leben gekommen ist. Trotz des Freispruchs kursieren unter der Dorfbevölkerung weiterhin Gerüchte um den Einzelgänger. Nur die verwitwete Lehrerin Ellen Orford wünscht sich eine gemeinsame Zukunft mit Grimes.
Frauen und Fischer schildern das anstrengende Leben an der Küste, dem allein der Gin etwas Erleichterung bringt. Unter den Leuten wächst die Angst vor einem Unwetter. Alle meiden Grimes, nur Captain Balstrode und Quacksalber Keene helfen ihm beim Einziehen seines Bootes. Keene hat Grimes einen weiteren Lehrjungen aus dem Armenhaus beschafft. Ellen Orford bietet sich an, den Jungen abzuholen. Währenddessen naht die Sturmflut heran. Balstrode rät Grimes, woanders ein neues Leben anzufangen.
Grimes bleibt beharrlich bei seinen lllusionen, mit Arbeit und Reichtum die Menschen des Dorfes für sich einnehmen und dann Ellen heiraten zu können. Balstrode warnt ihn davor, mit dem neuen Lehrjungen nur »die alte Tragödie« zu wiederholen. – Spätabends im Pub sinniert Grimes in metaphorischen Bildern über das Leben. Eine drohende Auseinandersetzung mit den anderen Gästen wird von Balstrode abgewendet. Vollkommen durchnässt vom Sturm kommt Ellen Orford mit dem neuen Lehrjungen an. Trotz Bedenken der anderen nimmt Grimes den Jungen mit.
An einem Sonntagmorgen, während die übrigen Bewohner in der Kirche sind, entdeckt Ellen Orford am Hals des Jungen, der seinen freien Tag hat, einen Bluterguss. Grimes kommt, um den Jungen zum Fischfang mitzunehmen. Ellen ist nun überzeugt, dass alle Anstrengungen umsonst sind. Wütend stößt Grimes die Frau beiseite und geht mit dem Lehrling weg. Die Männer des Dorfes sammeln sich, um den Fischer zur Rechenschaft zu ziehen. – Als Grimes in seiner Hütte die anrückende Menschenmenge wahrnimmt, weist er den Lehrling an, vom Kliff aus aufs Boot zu springen. Der verunsicherte Junge stürzt ab. Grimes verschwindet.
Ein Tanzfest ist im Gang. Ellen zeigt Balstrode den Pullover des Jungen, den sie am Strand gefunden hat. Die sensationshungrige Mrs. Sedley äußert den Verdacht, dass Grimes, der seit Tagen nicht mehr gesehen worden ist, seinen Lehrling ermordet habe. Die Anwohner des Städtchens beschließen, Grimes für den Mord bezahlen zu lassen. Im Hintergrund hört er die Menge, die ihn sucht. Ellen und Balstrode erscheinen. Der ehemalige Captain rät Grimes, mit seinem Boot herauszufahren und sich zu ertränken. Am folgenden Morgen sieht man von der Küste aus das kenternde Schiff. Niemand kümmert sich darum.
Jetzt reinhören in die Audioeinführung zu Peter Grimes von Dramaturg Konrad Kuhn. Sie finden alle Auftakt-Folgen auf SoundCloud sowie auf Spotify und ApplePodcasts.
»Peter Grimes zeigt den ausweglosen Kampf des aus dem gesellschaftlichen Raum verstoßenen Einzelnen gegen die Gesellschaft. Diesem großen Thema hat sich ein Bühnenbild zu stellen. Man muss in der Oper stets an das große Bild denken, an die große, prächtige Geste.
Man muss an das gesamte Bildnis denken, nicht an das Detail, dies kann man im Schauspiel tun, mit der Oper ist das aber grundlegend anders. [...] Ich denke, bei der Oper muss man vorrangig von außen nach innen arbeiten. Ein Bild muss im Wahrnehmungsraum erscheinen. Dann erst erschließt sich auch die Musik. Kurzum: Wenn man gut sieht, hört man besser.«
»Menschenjagd, Totentanz. Die Peter Grimes-Rufe hallen durch den Ort und übers Land ... Eine Lynch-Szene. Niemand ist da, der ihm antwortet. Die Gemeinschaft hat ihn besiegt.«
Text von Konrad Kuhn
Nach der »Operetta« Paul Bunyan komponierte Benjamin Britten mit Anfang 30 seine erste Oper Peter Grimes und landete damit einen Welterfolg. Das Sujet entnahm er der Verserzählung The Borough (1810) von George Crabbe. Schauplatz ist eine fiktive Kleinstadt an der englischen Ostküste. Mit dieser Gegend war der Komponist seit seiner Jugend vertraut und blieb ihr sein Leben lang verbunden; hier gründete er später das bis heute bestehende Aldeburgh Festival. Der Fischerort hat in der Oper allerdings nicht nur idyllische Züge: Eine bigotte Gemeinschaft grenzt den Eigenbrötler Peter Grimes aus. Man macht ihn für den Tod seines kürzlich auf hoher See verunglückten Schiffsjungen verantwortlich. Als auch ein zweiter Lehrling verschwindet, macht die ganze Stadt Jagd auf ihn. Der Fischer sieht keinen Ausweg mehr und sucht den Tod in den Wellen.
SZENENFOTOS Monika Rittershaus
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Veröffentlicht am
05.07.2025
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