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Opernappetizer

OTTONE

Georg Friedrich Händel

Oper in drei Akten / Text von Nicola Francesco Haym nach Stefano Benedetto Pallavicini / Uraufführung 1723, King’s Theatre, Haymarket, London

Heiratspolitik, Intrigen und große Gefühle: In Händels Ottone versucht die ehrgeizige Gismonda, die geplante Verbindung zwischen Ottone und Teofane für ihren Sohn Adelberto zu durchkreuzen. Raffinierte, eingängige Arien und ein dichtes Netz aus Verwicklungen machen Händels Erfolgsoper zu einem besonderen Barockerlebnis. Vom 11. Oktober bis 21. November an der Oper Frankfurt.

Erleben Sie die Premierenserie von Ottone vom 1. Oktober bis 21. November 2026.

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Bildunterschruft:
Yuriy Mynenko (Ottone) und Monika Buczkowska-Ward (Teofane) © Xiomara Bender

Inhalt

Handlung

»Ottone«

Eine dekadente Abendgesellschaft vertreibt sich in den Räumen eines opulent ausgestatteten Palazzo mit Spiel, Tanz und Sinnlichkeit die Zeit. Man wartet auf die Ankunft der unbekannten Teofane, die Ottone als Braut versprochen wurde, ihn jedoch nur von einem Porträt kennt.

Aus Langeweile kommt Gismonda, die Herrin des Hauses und ehrgeizige Mutter Adelbertos, auf die Idee, die nichtsahnende Teofane mit einer Charade hinters Licht zu führen: Adelberto soll sich als Ottone ausgeben. Alle machen mit; auch Matilda, die eigentlich mit Adelberto verlobt ist, Emireno, der verzweifelt die Frau fürs Leben sucht, und die alte Contessa, die in den Mauern des Palazzo schon viele Irrungen und Wirrungen erlebt hat.

Als Teofane eintrifft, ist sie überrascht, wie kühl man ihr begegnet und wie sehr sich der reale Ottone von dem ihr bekannten Bild unterscheidet...

Je später der Abend, desto mehr spitzen sich die Rivalität zwischen Adelberto und Ottone, das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Gismonda und Matilda und das Misstrauen zwischen Matilda und Teofane zu. Und zunehmend verwischen die Grenzen zwischen Schein und Sein.

Doch während Gismonda, Ottone, Adelberto und Matilda sich sukzessive in ihren eigenen Fallstricken und Emotionen verheddern, realisiert Teofane, welche Intrige hinter ihrem Rücken stattfindet – aber auch, welche Kraft in ihr steckt.

Inzwischen verspürt der eine oder die andere kurzzeitig Reuegefühle, und man hofft, dass sich am nächsten Morgen die Verhältnisse wieder ordnen. Bis Teofane die Gesellschaft mit deren falschem Spiel konfrontiert ... Danach finden Matilda und Adelberto wieder zueinander, während sich Teofane und Ottone zum ersten Mal auf Augenhöhe begegnen und klar wird: Teofane ist gekommen, um zu bleiben.

Doch ob mit einem neuen Tag tatsächlich wieder Ruhe einkehrt...

»Das Spiel – als ein
seltsames Ineinander
von ›Sein‹ und
›Schein‹ – ist gleichsam
ein scheinendes Sein
und ein seiender Schein.«
Eugen Fink, Spiel als Weltsymbol

Zum Werk – Václav Luks, Musikalische Leitung

Ein Cocktail aus moderner italienischer Musik und englischen Musiktraditionen

»Als der 34-jährige Händel 1719 nach Dresden reiste, um italienische Stars für die Londoner Royal Academy zu gewinnen, war er bereits ein erfahrener Opernkomponist mit elf beachtlichen Opernwerken und Erfolgen in Hamburg, Venedig und London. Vor allem seine erste Oper in London 1711 war ein Riesenerfolg und der Beweis dafür, dass ›il sassone‹, der gerade aus dem sonnigen Italien ins düstere und musikalisch rückständige London gekommen war, den Geschmack und die Erwartungen des heimischen Publikums sofort erkannte, und es meisterhaft verstand, einen Cocktail aus moderner italienischer Musik und englischen Musiktraditionen zu kreieren, sodass die Opera seria auch dem dortigen Publikum zugänglich wurde.

© Petra Hajská

[...] Nach Händels Rückkehr nach London brachte er direkt drei Opern auf die Bühne (Radamisto, Muzio Scevola, Floridante), bevor er Pallavicinos Libretto für Lottis Oper Teofane bearbeitete und vertonte. Wie schon in Rinaldo und anderen Londoner Opern reduzierte Händel auch in Ottone den Dialog-Anteil deutlich und beschränkte die Rezitative auf ein Minimum. Ein kluger Schachzug: Während das venezianische Publikum nämlich die literarische Raffinesse des Librettos und die brillant komponierten Rezitative von Händels venezianischem Triumph, der Agrippina, zu schätzen wusste, empfand das Londoner Publikum, das kein Italienisch verstand, die langen Rezitative als langweilig und wünschte sich eher eingängige ›Songs‹. Und tatsächlich strotzt Ottone geradezu vor musikalischem Reichtum und bietet erstaunlichste Beispiele von Händels unerschöpflicher musikalischer Invention. Das Werk enthält einerseits repräsentative ›Virtuosenarien‹, die für die hochbarocke italienische Opera seria charakteristisch sind, andererseits aber auch einfache Arien, die von der englischen Purcell-Tradition inspiriert sind. All das wird von einem virtuosen Orchesterklang untermalt, in dem man die Inspiration durch das großartige Dresdner Orchester erkennt.

Händel demonstriert in Ottone in höchstem Maße sein musikalisches Synthesevermögen und sein Talent, unterschiedlichste musikalische Stile und Traditionen zu einem homogenen Ganzen mit der unverkennbaren musikalischen Handschrift eines Genies zu verbinden.«

Auszug aus dem Magazin August / September / Oktober 2026.

PLAY, AUGEN ZU UND OPER!

In Kürze reinhören in die Audioeinführung zu Ottone mit Dramaturgin Mareike Wink! Alle weiteren Auftakt-Folgen finden Sie auf SoundCloud sowie auf Spotify und ApplePodcasts.

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Zum Werk – Jetske Mijnssen, Inszenierung

Ein Ball der Leidenschaften

»Mich fasziniert vor allem die Theatralik der Figuren und ihrer Gefühle. Diese Oper ist wie ein nächtlicher Ball, auf dem zu schnell geliebt und noch schneller verachtet wird. Zwischen ausgelassenem Feiern und machthungrigen, eifersüchtigen Rivalitäten entfaltet sich ein musikalisches Karussell, das Georg Friedrich Händel mit großer Raffinesse komponiert hat.«

Auszug aus dem Magazin August / September / Oktober 2026.

© Keke Keukelaar

Aus unserem Magazin: Teofane heißt jetzt Ottone

TEXT VON MAREIKE WINK

Für seine Aufführungen ist Händel permanent auf der Suche nach neuen bzw. den besten Stimmen seiner Zeit, wie es auch vom Londoner Publikum erwartet wird. Über dessen so gar nicht kultiviertes Verhalten wundert sich der Komponist schriftlich: »In einer so glänzenden und mondänen Versammlung war keine Spur von Formen, Benehmen, ja kaum von Ordnung, Höflichkeit oder Anstand zu bemerken ...«

Um den Starkult und damit das eigene Geschäft zu beleben, unternimmt Händel mehrere Casting-Reisen. Schon 1719 hatte er in Dresden Halt gemacht und u.a. eine Aufführung von Antonio Lottis Dramma per musica Teofane anlässlich der Hochzeit des sächsischen Kurprinzen Friedrich August II. mit Maria Josepha von Österreich erlebt.

Auch die Handlung der Oper geht auf eine historische Eheschließung zurück: Im Jahr 972 heiratet der deutsche Kaiser Otto II. in Rom die byzantinische Prinzessin Theophanu. Mit dieser Ehe soll die Auseinandersetzung zwischen dem deutschen Kaiser Otto I. und dem italienischen Markgrafen Berengar II. um die Vorherrschaft in Italien geklärt werden. Der Librettist Stefano Benedetto Pallavicini hatte aus dem weltgeschichtlichen Stoff ein fiktives und historisch weitgehend ungenaues Textbuch gesponnen, das Händel dann durch seinen Librettisten Nicola Francesco Haym bearbeiten lässt, um es unter dem Titel Ottone zu vertonen.

Auszug aus dem Magazin August / September / Oktober 2026.

Zum Werk – Ben Baur, Bühnenbild und Kostüme

Prunk, Intrige und Champagner

»Jetskes Idee, die Handlung als offenes Spiel und Intrige einer dekadenten, gelangweilten Hofgesellschaft um 1700 zu zeigen, ist ein Fest für jeden Ausstatter. Es ist ein großes Vergnügen, dieses Panoptikum aus Liebes- und Machthungrigen zu gestalten – und dafür üppig opulente Räume zu entwerfen: voller Farben, Sessel, Vorhänge, Schleifen und natürlich viel zu viel Champagner …«

Auszug aus dem Magazin August / September / Oktober 2026.

© Sven Serkis

Rund um Ihren Besuch

KAMMERMUSIK IM FOYER

Vielfalt der europäischen Barockmusik: Im Konzert Les nations mit dem Horus Ensemble begegnen sich elegante Klangwelten von Couperin, Keiser, Orsler, Spourný, Telemann und Vivaldi  in einem lebendigen Dialog.

Europa klang im Zeitalter des Barocks so vielfältig wie selten zuvor: In unserem Programm Les nations begegnen sich elegante Klangwelten von Couperin, Händel, Keiser, Scarlatti und Spourny in einem lebendigen musikalischen Dialog. Wir spielen auf historischen Instrumenten und lassen dabei die Affekte sowie die feinen Nuancen dieser Musik mit Nähe und Wärme aufleuchten. Der besondere »Farbton« der Viola d'Amore verleiht einzelnen musikalischen Momenten einen seidigen, sanften Glanz. Unter der Leitung von Václav Luks entfaltet sich ein Konzert voller Eleganz, Virtuosität und europäischer Klangvielfalt.

Entdecken Sie hier die Kammermusikreihe mit spannenden persönlichen Einblicken und Highlights der Musiker*innen.

TERMIN
11. Oktober, 11 Uhr, Holzfoyer

KINDERBETREUUNG

Zu ausgewählten Nachmittagsvorstellungen bietet die Oper Frankfurt einen Opernspielplatz an: eine Kinderbetreuung mit abwechslungsreichem Programm rund um die jeweilige Oper. Während die Erwachsenen die Vorstellung besuchen, können sich deren Kinder bewegen und spielen. Unter Betreuung von zwei Pädagog*innen wird der Ballettsaal zum Spielplatz!

TERMIN 1. November, 15.15 Uhr, Opernhaus

REISETIPP

Der deutsche Komponist Georg Friedrich Händel und der amerikanische Rockgitarrist Jimi Hendrix wohnten in London Tür an Tür. Eine Hauswand und 200 Jahre trennten die beiden. Das »Handel Hendrix House« widmet sich dem Leben und Werk von zwei der größten Musiker aller Zeiten und ermöglicht einen ganz besonderen Hausbesuch.

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11., 18., 24. Oktober / 1., 7., 12., 15., 21. November 2026

Intrigen, große Gefühle und Händels hinreißende Arien: Erleben Sie Ottone an der Oper Frankfurt!

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SZENENFOTOS Xiomara Bender

FOTOS Ben Baur (Sven Serkis), Jetske Mjnssen (Keke Keukelaar), Václav Luks (Petra Hajská)

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Veröffentlicht am

07.10.2026

Willy-Brandt-Platz

Spielort

Willy-Brandt-Platz

60311 Frankfurt am Main

Anfahrt

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