ERSTER AKT
Die Sachsen sind besiegt und aus Britannien vertrieben. Auf einem Fest beschwört König Arthus ein neues Zeitalter des Friedens. Nur seinen Ratgeber, den mächtigen Zauberer Merlin, vermisst er schmerzlich. Er lobt die Tapferkeit der Ritter der Tafelrunde und hebt besonders die Verdienste seines Freundes Lancelot hervor. Mordred, der Neffe des Königs, fühlt sich zurückgesetzt. Ein Kreis Gleichgesinnter schlägt sich auf seine Seite. Zudem beobachtet Mordred, wie Königin Genièvre, um deren Liebe er selbst vergeblich geworben hatte, mit Lancelot Heimlichkeiten austauscht. Er sinnt auf Rache.
Lancelots Knappe und Vertrauter Lyonnel tadelt seinen Herrn, der doch sein Vorbild ist, dafür, dass er den König hintergeht. Doch Lancelot ist gefangen in seinen Gefühlen für Genièvre. Während Lyonnel Wache hält, beschwören Genièvre und Lancelot ihre gegenseitige Liebe. Als sie von Mordred überrascht werden, verwundet Lancelot den Rivalen schwer. Die Liebenden verabreden sich für den folgenden Tag.
ZWEITER AKT
Ein Ackermann besingt die Heldentaten des mythischen Königs Arthus, der einst den Riesen Rion besiegte. Lancelot macht sich Vorwürfe, weil er seinen Freund Arthus verraten hat. Da trifft Genièvre mit der Nachricht ein, dass Mordred überlebt und sie beim König verklagt hat. Noch wolle Arthus nicht an Lancelots Treuebruch glauben; zu ihrer Rettung müsse der Geliebte vor dem König alles abstreiten. Zerrissen von Gewissensbissen, weigert sich Lancelot; dazu sei er nicht fähig. Schließlich ist er bereit, ein letztes Mal zu lügen, aber nur, um danach im Krieg einen ehrenvollen Tod zu suchen. Doch davon will Genièvre nichts wissen. Daraufhin beschließen die beiden, ihr altes Leben hinter sich zu lassen und gemeinsam zu fliehen.
Arthus hat den ganzen Tag vergeblich auf Lancelot gewartet in der Hoffnung, er werde die Vorwürfe gegen sich und Genièvre entkräften. Er spürt, dass sein großer Gedanke – der Runde Tisch – zu scheitern droht. Verzweifelt ruft er nach Merlin, einst sein Verbündeter für die Sache der Gerechtigkeit. In einer Vision erscheint ihm der Freund früherer Tage, selbst schwer angeschlagen. In dunklen Naturbildern prophezeit der Zauberer den Niedergang der Tafelrunde und den baldigen Tod des Königs. Eines Tages jedoch werde Arthus wiederkehren und den Kampf wieder aufnehmen. Auf die bohrenden Fragen des Königs nach der Schuld von Genièvre und Lancelot gibt Merlin keine Antwort. Da meldet ein Ritter, die Königin sei zusammen mit Lancelot geflohen. Zwischen den Anhängern Lancelots und seinen Gegnern entbrennt Streit; die Tafelrunde zerbricht. Arthus ruft zum Krieg gegen den Entführer seiner Frau auf.
DRITTER AKT
Hin- und hergerissen zwischen Zuversicht und Angst, wartet Genièvre auf den Ausgang der Schlacht. Ihr Vertrauter Allan berichtet, Mordred habe sich, während Arthus in die Schlacht zog, in einem Staatsstreich selbst zum König erklärt. Da taucht Lancelot unerwartet in der Burg auf: Er ist geflohen, als er Arthus auf dem Schlachtfeld erblickt hat. Seine Loyalität zu Arthus ist stärker als seine Liebe zu Genièvre. Ein Schiff steht bereit, um Genièvre in Sicherheit zu bringen. Er selbst will sich waffenlos zwischen die Kämpfenden stellen, um den Krieg zu beenden und sich dem König zu unterwerfen. Genièvre ahnt, dass das seinen Untergang bedeutet; doch ohne den Geliebten will sie nicht leben. Als der Schlachtenlärm plötzlich aufhört, spürt sie, dass ihr kein Ausweg mehr bleibt. Sie nimmt sich das Leben.
Lancelot ist schwer verwundet. Er bittet den König um Vergebung und sagt voraus, er selbst werde in Vergessenheit geraten, während Arthus’ Idee die Zeiten überdauern werde. Er stirbt. Arthus hat die beiden Menschen verloren, die ihm am meisten bedeutet haben: Lancelot und Genièvre. Auch ihn verlässt der Lebensmut. Da hört er Stimmen, die ihm prophezeien, ihm sei ein besonderes Los zugedacht: Er werde entrückt auf die Insel Avalon, wo alles Leiden ein Ende hat. Er wirft sein Schwert Escalibur und sein Schild Pridwann ins Meer. Die Stimmen verkünden: Die Zeit, da die Ritter der Tafelrunde für die Verfolgten und Wehrlosen eintraten, sei vorbei. Arthus jedoch gebühre der Ruhm, an das Ideal geglaubt und dafür gekämpft zu haben.