Oper in vier Akten / Text von Francesco Maria Piave und Andrea Maffei nach William Shakespeare / Uraufführung 1847
Eine düstere Reise in menschliche Abgründe: Verdis Macbeth zeigt den Meister des italienischen Musikdramas von einer überraschend unheimlichen Seite. Mit packenden Klängen und einer beeindruckenden Inszenierung von Regisseur R.B. Schlather werden Machtgier und Wahnsinn auf der Bühne lebendig.
Macbeth hat viel erreicht. Doch nach einer seltsamen Begegnung, in der ihm noch Größeres prophezeit wird, erwacht die Gier in ihm.
Was Macbeth als Weissagungen versteht, ist Ausdruck seiner geheimen Begierden und Ängste. Angestachelt von seiner Frau, die nicht weniger ehrgeizig ist, begeht er einen Mord. Dieser zieht weitere Morde nach sich. Daraus entsteht ein grausames System der Unterdrückung. Doch den zum Tyrannen gewordenen Macbeth wie auch die Lady plagen zunehmend Gewissensbisse. Psychische Zerrüttung ist bei beiden die Folge – auf je unterschiedliche Weise. Schließlich lehnen sich die von ihnen Geknechteten auf und machen dem Unrechtsregime ein Ende.
»Diese Tragödie ist eine der großartigsten menschlichen Schöpfungen!« Das schrieb Giuseppe Verdi 1846 über Shakespeares Drama Macbeth. Es war seine erste Oper nach einer Vorlage des großen Elisabethaners, und sie nimmt im Frühwerk eine besondere Stellung ein. Herausgefordert durch sein großes Vorbild, löste der Komponist sich erstmals von den Zwängen der Konvention und schuf ein Werk, das bis heute nichts von seiner Wirkung verloren hat.
Regisseur R.B. Schlather, der in dieser Spielzeit mit Amor vien dal destino erneut zu Gast war, holt die Handlung ins Heute. Die »Hexen« sind bei ihm das Hauspersonal des reichen Ehepaars, das sich zu Halloween verkleidet hat. Er wirft die Frage auf: Kann schon ein äußerlicher Anlass ausreichen, um einen Menschen zum Mörder zu machen? Mit Giacomo Sagripanti kehrt ein versierter italienischer Dirigent nach Frankfurt zurück. In der Titelpartie alternieren unsere Ensemblemitglieder Domen Križaj und Nicholas Brownlee, die Lady singt Signe Heiberg, die als Einspringerin bereits bei der Premiere in der letzten Spielzeit auf sich aufmerksam gemacht hatte.
Video: »Beyond the Stage« mit Tamara Wilson und Nicholas Brownlee
Verdi bedeutet immer eine große Herausforderungen für Sänger*innen – und »Macbeth« ist keine Ausnahme! Singen, sprechen, mit gebrochener Stimme, flüsternd, zerfressen – die Anweisungen in der Partitur sind zahllos. Sopranistin Tamara Wilson und Bassbariton Nicholas Brownlee stellen sich in der Frankfurter Neuproduktion dieser Herausforderung und nehmen uns mit auf Entdeckungstour in das farbenreiche Werk:
BEYOND THE STAGE zu »Macbeth« | Mit Tamara Wilson und Nicholas Brownlee
AUFTAKT – AUDIOEINFÜHRUNGEN
Jetzt in die Audioeinführung zu Macbeth von Dramaturg Konrad Kuhn reinhören. Alle weiteren Auftakt-Folgen finden Sie bei SoundCloud, Spotify und ApplePodcasts.
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Nicholas Brownlee, Macbeth
»Macbeth ist ein Rollendebüt für mich, und wie bei allen Rollendebüts bin ich extrem gespannt darauf, in dieses vielschichtige Werk einzutauchen. Opern, die auf Stücken von William Shakespeare basieren, zu erforschen, macht besonders viel Spaß; es gibt unendlich viel zu entdecken – so ist Shakespeare zum Beispiel seit über 400 Jahren Gegenstand von literaturtheoretischen Untersuchungen.
In diesem Fall ist die Annäherung an den Charakter der Figur für mich genauso wichtig wie die musikalische Vorbereitung. Ich freue mich darauf, diesen problematischen General, der sich zum König aufschwingt, zum Leben zu erwecken. Dazu noch in meiner künstlerischen Heimat, der Oper Frankfurt: Das macht es umso aufregender.«
»Der Weg an die Macht ist mit Verbrechen gepflastert.«
PODCAST – »MAASGEFERTIGT«
Jetzt in den Podcast »Maasgefertigt« mit Kostümdirektor Markus Maas und Kostümbildnerin Doey Lüthi sowie Choreografin Gal Fefferman mit special guest R.B. Schlather reinhören.
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Video: Interview mit Regisseur R.B. Schlather
Willkommen bei den Macbeths – Übernachtung auf eigene Gefahr! 🏰👻 Regisseur R.B. Schlather gibt im Interview Einblicke in seine Inszenierung von Verdis düsterem Meisterwerk »Macbeth«. Im Fokus steht das Umfeld der Hauptfiguren: Was macht die Macbeths zu dem, was sie sind?
Interview mit R.B. Schlather zu »Macbeth«
Rund um Ihren Besuch
SNEAK IN
Der gemeinsame Besuch einer Endprobe mit anschließender Gesprächsrunde soll jungen Menschen von 18 bis 35 Jahren Gelegenheit zum lockeren Austausch geben. Kostenfreie Tickets im Vorverkauf
Die Betreuung von Kindern von 3–8 Jahren ist für Eltern, die die Vorstellung besuchen, kostenlos. Eine Anmeldung unter gaesteservice@buehnen-frankfurt.de oder Tel. 069 212 37 348 (bitte Rückrufnummer angeben) ist erforderlich – es gibt nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen. Weitere Nachmittagsvorstellungen mit Kinderbetreuung finden Sie hier.
TERMIN 26. April 2026
OPERA NEXT LEVEL
Ihr wollt eine Oper über die Schattenseiten der menschlichen Natur sehen? Mit Macbeth erlebt ihr einen packenden, intensiven und unvergesslichen Opernabend! Macbeth erhält eine mysteriöse Prophezeiung und lässt sich von seiner Frau zum Mord an König Duncan anstiften. Doch plötzlich holen ihn Gewissensbisse und Wahnvorstellungen ein. Lady Macbeth treibt ihn weiter zu immer neuen Gräueltaten – bis auch sie an Schuld und Wahnsinn zerbricht. Die Inszenierung von R.B. Schlather zeigt die beiden Protagonisten in all ihrer modernen Grausamkeit: Macht, Gier und Gewalt spiegeln sich in einem eleganten, kalten Herrschaftshaus wider. Am Ende holen die Unterdrückten das Unrechtsregime brutal ein. Eine Oper über Ambitionen, Schuld und die dunklen Seiten der Macht.
Eine der seltenen Opern, in denen es nirgends um Liebe geht. Der brutale Machthunger dominiert alles und schmiedet das Königspaar aneinander.
Opernliebhaber*innen und Neugierige finden sich in behutsam angeleiteten Schritten zu einem Ensemble. Aus der Perspektive der Opernfiguren lernen sie ein Werk auf aktive, spielerische Weise kennen. Die gezielte Auseinandersetzung mit einzelnen Musikpassagen vertieft das Verständnis und erhöht den Genuss!
Was verbindet Verdis Macbeth mit der Welt der Superreichen? Die Antwort liegt unter anderem in den eindrucksvollen Kostümen von Doey Lüthi. Erfahren Sie, wie die Kostümbildnerin mit ihrem transatlantischen Hintergrund und ihrem kreativen Ansatz die Inszenierungen prägt.
Macht, Begehren und die zerstörerische Kraft der Wahrheit: Mit Written on Skin schufen George Benjamin und Martin Crimp eines der eindringlichsten Musiktheaterwerke unserer Zeit. Zwischen mittelalterlicher Legende und moderner Reflexion entfaltet sich ein packendes Drama um Kontrolle, Kunst und Selbstermächtigung. Vom 1. März bis 5. April 2026 an der Oper Frankfurt.
Richard Wagners legendäres Meisterwerk entführt in eine Welt jenseits von Leben und Tod, in der Liebe nur im Angesicht des Untergangs vollends erblüht. Vom 22. März bis 11. April an der Oper Frankfurt.
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