Opernappetizer

LE NOZZE DI FIGARO

WOLFGANG AMADEUS MOZART 1756–1791

Oper in vier Akten / Text von Lorenzo Da Ponte nach Pierre Augustin Caron de Beaumarchais / Uraufführung 1786, Burgtheater Wien / In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Ein Spielfeld, vier Generationen, 24 Stunden, unzählige Liebschaften, wechselnde Regeln. Ausgang ungewiss.

Erleben Sie die Neuinszenierung von Le nozze di Figaro vom 13. Dezember 2024 – 9. Januar 2025.

Bildunterschruft:

Anfangs scheinen die Spielregeln im Schloss des Grafen Almaviva zu funktionieren. Auf dem Feld: Spieler*innen aus vier Generationen und unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, die für grundverschiedene Liebes- und Lebensmodelle stehen. Doch plötzlich läuft nichts mehr nach Plan, weil der Graf die Spielregeln verletzt. So will er auf einmal angesichts der bevorstehenden Hochzeit von Zofe Susanna mit seinem Diener Figaro das von ihm selbst abgeschaffte Recht der ersten Nacht nun doch beanspruchen, falls sich die Braut nicht freiwillig hingibt.

Der Regelbruch führt zu einer Flut sich im Stundentakt ändernder Situationen, die völlig außer Kontrolle geraten. Ob verkleidet oder nicht, niemand erkennt niemanden mehr. Am Ende des tollen Tages wird es gefährlich und befreiend zugleich.

PLAY, AUGEN ZU UND OPER!

Stimmen Sie sich mit dieser Einführung zu »Le nozze di Figaro« von Zsolt Horpácsy und dem darin enthaltenen Musikbeispiel auf diese Produktion ein. Sie finden alle Auftakt-Folgen auf SoundCloud sowie auf Spotify und ApplePodcasts.

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HANDLUNG

Das Spiel dauert genau 24 Stunden. Vier Generationen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten sind vertreten. Zu Beginn scheinen die Regeln auf dem Spielfeld, im Schloss des Grafen Almaviva, zu funktionieren. Die Hochzeit des Dienerpaares Figaro und Susanna steht kurz bevor – doch plötzlich ändert sich alles. Der Graf möchte am liebsten das von ihm selbst abgeschaffte Recht der ersten Nacht bei den weiblichen Untertanen widerrufen, weil er Susanna, die Braut Figaros und Dienerin seiner Frau, begehrt. Zusammen mit dem rachsüchtigen Doktor Bartolo und seiner Haushälterin Marcellina versucht er die Hochzeit zu verhindern, während Susanna und Figaro ihren Plan gegen alle Widerstände durchsetzen wollen. Mit Hilfe der von ihrem Mann vernachlässigten Gräfin gelingt es ihnen schließlich, Almaviva mit seinen eigenen Mitteln zu schlagen. Das Spiel wird gefährlich und befreiend zugleich. Doch am Ende werden die Paare (wieder) zusammengeführt und zwei Hochzeiten gefeiert – bis ein neuer Tag anbricht.

DAS TOLLE SPIEL UM DIE LIEBE UND DAS ÜBERLEBEN

Text von Zsolt Horpácsy

Anfangs sind Regeln und Strukturen im Schloss des Grafen festgelegt. Doch innerhalb weniger Stunden ändert sich alles. Das Spiel beginnt. Es verlangt nach ständig wechselnden, neuen Strategien, die in entscheidenden Momenten den nächsten Schritt nach vorne zeigen: Die elf Spieler*innen entfalten ihre Potenziale, erfahren Lebendigkeit. Ihre Kreativität läuft zur Hochform auf. Freiräume für Lebensfreude öffnen sich, auch wenn manche Situationen an diesem tollen Tag brandgefährlich sein können. Rund um die Uhr geht’s ums Eingemachte. Hier, auf der menschlichen Ebene, entfalten sich die Energie und Dynamik von Mozarts und Da Pontes Meisterwerk am stärksten. Zusammen mit ihren Figuren bewegen wir uns in einer Sphäre, wo sich Lebenslust und -frust, Liebe und Rache, Freude und Melancholie vermischen und die »unerträgliche Leichtigkeit des Seins« (Milan Kundera) in einer spielerischen Form bestätigen.

Bildunterschruft:

Lebenslust und -frust

Die literarische Vorlage, Beaumarchais’ gesellschaftskritisches Lustspiel Le mariage de Figaro – geschrieben gegen »Laster, Missbrauch und Willkür unter der Maske der herrschenden Sitte« –, wurde 1781 zum Vorboten der Französischen Revolution. Fünf Jahre später, in einer Zeit des Umbruchs, entstand Mozarts kongeniale Vertonung von Lorenzo Da Pontes Libretto. Bei der Bearbeitung des heiklen Stoffes gelang es dem Komponisten, den Wechsel der ernsten und komischen Elemente des Textes in eine Musiksprache zu übertragen. Die beißende Komik ihrer Vertonung wurzelt in der Commedia dell’arte und stellt existentielle Fragen: nach der Definierbarkeit der Liebe, nach dem Phänomen der Wahlverwandtschaften und nach der Planbarkeit verschiedener Lebensmodelle. Im Rahmen der typischen Intrigenhandlung entstanden genau gezeichnete Porträts und eine tiefgründige Situationskomik.

Neben politisch brisanten Textpassagen war es auch die Frische und Freizügigkeit der Figuren, die dem französischen Original eine besondere Aura verliehen. Dem Libretto ist die politische Dimension, zumindest in der Direktheit wie im Schauspiel, nicht mehr anzumerken. Doch die Frechheit der Untergebenen im Umgang mit ihren Herren, der respektlose Witz und der entlarvende Humor blieben auch in Mozarts und Da Pontes Werk zentrales Stilmittel. Überschaubar und repräsentativ ist die Gruppe der Spieler*innen: Elf Figuren werden hier in ihrem Verhältnis zu sich selbst, zu den anderen und zur Gesellschaft dargestellt. Trotz aller Turbulenzen werden uns dabei die verwirrenden Facetten der Liebe ans Herz gelegt.

Lesen Sie den vollständingen Essay im Magazin September / Oktober 2023.

RUND UM IHREN BESUCH

Noch mehr Oper! Bei einigen unserer Produktionen bieten wir zusätzliche oder passende Veranstaltungen an, unter anderem Kinderbetreuung, Kammerkonzerte oder Liederabende.

Für Le nozze di Figaro haben wir folgendes im Programm:

OPERN WORKSHOP FÜR ERWACHSENE

Opernliebhaber*innen und Neugierige finden sich in behutsam angeleiteten Schritten zu einem Ensemble zusammen und lernen eine Oper auf aktive, spielerische Weise aus der Perspektive der Opernfiguren kennen.

TERMIN

14. Oktober 2023

Weitere Informationen: https://oper-frankfurt.de/de/jetzt-oper-fuer-dich/fuer-erwachsene/

Ich begann also mit der Ausarbeitung.Wir arbeiteten Hand in Hand. Sobald icheine Szene fertig hatte, setzte Mozart sie in Musik, und in sechs Wochen war alles fertig. Mozart hatte diesmal Glück.
Lorenzo Da Ponte über die Entstehung von »Le nozze di Figaro«

Der Ticket–Vorverkauf startet am 10. Juli 2024

13., 21., 26., 28., 31. Dezember 2024 / 9. Januar 2025

Für die Wiederaufnahme-Serie von Le Nozze di Figaro in der Regie von Tilmann Köhler und unter der musikalischen Leitung von Alden Gatt.

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SZENENFOTOS Barbara Aumüller

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Veröffentlicht am

28.09.2023

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Spielort

Willy-Brandt-Platz

60311 Frankfurt am Main

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