Märchenspiel in drei Bildern / Text von Adelheid Wette nach Jacob und Wilhelm Grimm / Uraufführung 1893
Vor die Tür gesetzt, allein und mit ihren Ängsten konfrontiert, befreien sich die Geschwister Hänsel und Gretel aus der Welt der Hexe und blicken als Erwachsene in den Wald ihrer Erinnerung zurück. Keith Warners fantasievolle und psychologisch fein gearbeitete Inszenierung rückt das Unbewusste in den Fokus.
Erleben Sie Hänsel und Gretel vom 13. November bis 26. Dezember 2026.
Liebe Kinder, liebe Erwachsene, sicher kennt Ihr das Märchen von Hänsel und Gretel, die sich im Wald verirrt haben. In der Oper geht die Geschichte ein bisschen anders:
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Hänsel und Gretel sind alleine zu Hause. Eigentlich sollten sie arbeiten, aber sie tanzen und spielen lieber. Als die Mutter das sieht, wird sie böse und schickt die Kinder weg. Der Vater kommt heim und bringt viel Essen mit. Erst freut sich die Mutter sehr, doch dann sorgen sich die Eltern um ihre Kinder.
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Hänsel und Gretel essen im Wald ein ganzes Körbchen Erdbeeren auf. Aber dann merken sie, dass sie sich verlaufen haben und bekommen Angst. Vom Sandmännchen und von Engeln bewacht, schlafen sie endlich ein.
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Als sie das Taumännchen weckt, sehen sie das Lebkuchenhaus und knuspern gleich daran. Aber die böse Hexe fängt die Kinder. Sie sperrt Hänsel ein, Gretel soll arbeiten. Das Mädchen jedoch belauscht den Zauberspruch von der Hexe und kann ihren Bruder befreien. Gretel überlistet die Hexe, indem sie sich ungeschickt anstellt, als sie in den Backofen schauen soll. Die Hexe macht es ihr also vor und so kann Gretel sie hineinschubsen. Die Geschwister befreien auch alle anderen verzauberten Kinder. Schließlich fi nden sie ihre Eltern wieder und feiern gemeinsam ein großes Fest.
Video: Trailer
Zum Werk – Keith Warner, Inszenierung
Im Wald der Erinnerung
»Wirkliche Märchen tragen unter ihrer einfachen Oberfläche die tiefsten Schichten unserer Seelenzustände. In Humperdincks Musik verwandelt sich das einfache Kinderlied in Sekundenschnelle zur psychologischen Studie. Was bleibt am Ende weiterhin in der Erinnerung eingebrannt, wenn das Geschwisterpaar erwachsen geworden ist? Begeben wir uns auf eine märchenhafte und zugleich wirklichkeitsgetreue Zeitreise, dies zu ergründen.«
In Kürze reinhören in die Audioeinführung zu Hänsel und Gretel mit Dramaturgin Deborah Einspieler! Alle weiteren Auftakt-Folgen finden Sie auf SoundCloud sowie auf Spotify und ApplePodcasts.
rein hören
Aus unserem Magazin: Märchenhaftes und surreale Traumwelten
TEXT VON DEBORAH EINSPIELER
Märchenhaftes Spiel, surreale Traumwelten und düstere Realitäten überlagern sich in Keith Warners Inszenierung von Engelbert Humperdincks erfolgreichster Oper: Hänsel und Gretel leben gemeinsam mit anderen Kindern in einem Waisenhaus, wo sie sowohl an Hunger als auch unter der Strenge ihrer aggressiv-melancholischen Pflegemutter leiden. Anstatt ihre Aufgaben zu erledigen, vertreiben sich die beiden ihre Sorgen mit ausgelassenen Spielen. Zur Strafe vor die Tür gesetzt, führt sie ihr Weg in einen labyrinthartigen Märchenwald, wo sie schließlich vor dem Häuschen der Hexe landen.
Auf Anregung seiner Schwester Adelheid Wette vertonte der glühende Wagner-Verehrer Engelbert Humperdinck in den frühen 1890er Jahren für den Hausgebrauch deren Verse zu einem Märchenspiel. Nach der erfolgreichen Vorstellung im Familienkreis beschloss man, das Material zu ergänzen und einige Jahre später als Oper herauszubringen. Die Entstehungszeit der 1893 uraufgeführten Oper fällt mit den Anfängen der Psychoanalyse zusammen, deren Vertreter\*innen sich ähnlich wie Märchenautor\*innen mit unbewussten Trieben und Sehnsüchten auseinandersetzen. Regisseur Keith Warner lotet den psychologischen Kern des Stoffes aus und macht zugleich die faszinierende Kraft der Märchen und ihrer fantastischen Gestalten erfahrbar. Die Protagonisten Hänsel und Gretel zeichnet er fantasievoll als Jugendliche an der Schwelle zum Erwachsenwerden, die im Konflikt mit inneren und äußeren Widerständen ihre Autonomie behaupten müssen.
Unter der musikalischen Leitung von Alden Gatt und Thomas Guggeis kommt Humperdincks zwischen spätromantischen und volkstümlichen Klängen variierende Partitur nun wieder zur Aufführung.
Auszug aus dem Magazin November / Dezember 2026.
Rund um Ihren Besuch
KAMMERMUSIK
Johann Christoph Pezel 1639–1694 Sonata I
Johann Sebastian Bach 1685–1750 Präludium
Engelbert Humperdinck 1854–1921 Hänsel und Gretel für Erzähler und Blechbläser-Ensemble
Entdecken Sie hier spannende persönliche Einblicke und Highlights der Musiker*innen zu diesem Termin.
In den 1890er Jahren komponierte Engelbert Humperdinck aus einer kleinen Familienshow für seine Schwester die berühmte Oper Hänsel und Gretel. In der Regie von Keith Warner verbringen die Geschwister ihre Kindheit im Waisenhaus. Weil die Pflegemutter sie rausschmeißt, begegnen sie der Hexe und blicken als Erwachsene auf diesen »Wald der Erinnerung« zurück. Lasst uns gemeinsam in eine fantasievolle Inszenierung und tief in die Gefühlswelt der Figuren eintauchen.
Für junge Menschen von 15 bis 21 Jahren / Kostenfreies Angebot für alle, die eine Junge OpernCard besitzen (erhältlich für 10 Euro).
TERMIN 11. November, 17.30 Uhr, Treffpunkt Opernpforte
Als Familie verteilen Sie sich gemeinsam mit anderen Eltern und deren Kindern auf die Rollen der Märchenoper, ob als Vater, Hexe, Sandmännchen oder natürlich eines der Geschwister. Nach einem gemeinsamen Warm-up – inklusive Singen der bekanntesten Lieder aus der Oper – spielt jeder und jede kostümiert in einer Szene mit!
TERMINE 15. November, 11 & 14 Uhr, Treffpunkt 10.50 Uhr bzw. 13.50 Uhr an der Opernpforte
Viele Erwachsene wurden in ihrer Kindheit mit Humperdincks Werk mit Erfolg für die Oper gewonnen. Im Workshop werfen Sie einen Blick zurück auf Ängste und Gefahren, denen Kinder ausgesetzt sind. Als Opernliebhaber*innen und Neugierige finden Sie sich zu einem Ensemble. Aus der Perspektive der Opernfiguren lernen Sie eine Oper auf aktive, spielerische Weise kennen. Die gezielte Auseinandersetzung mit einzelnen Musikpassagen vertieft das Verständnis und erhöht den Genuss!
TERMIN 21. November, 13.50 Uhr, Treffpunkt Opernpforte
Ihr Nachwuchs ist zu alt für Oper für Kinder? Dann besuchen Sie gemeinsam diese Vorstellung zu besonderen Konditionen: Erwachsene zahlen ihren Sitzplatz regulär und können damit je bis zu drei junge Menschen kostenlos mit in die Oper nehmen – zu familienfreundlichen Zeiten.
Zu ausgewählten Nachmittagsvorstellungen bietet die Oper Frankfurt einen Opernspielplatz an: eine Kinderbetreuung mit abwechslungsreichem Programm rund um die jeweilige Oper. Während die Erwachsenen die Vorstellung besuchen, können sich deren Kinder bewegen und spielen. Unter Betreuung von zwei Pädagog*innen wird der Ballettsaal zum Spielplatz!
13., 20., 22. November / 5., 10., 20., 26. Dezember 2026
Erleben Sie Humperdincks Märchenoper Hänsel und Gretel in Keith Warners fantasievoller Inszenierung – vom 13. November bis 26. Dezember 2026 an der Oper Frankfurt.
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SZENENFOTOS
Barbara Aumüller
FOTOS
Keith Warner (Monika Forster)
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Liebe, Flucht und die Willkür eines Despoten: In Mozarts Zaide wagen die Gefangenen Zaide und Gomatz mit Hilfe ihres Mitgefangenen Allazim die Flucht – und geraten in die Hände des erzürnten Soliman. Wird er sie begnadigen oder die Strafe vollziehen? Vom 30. September bis 18. Oktober 2026 im Bockenheimer Depot.
Eine Liebe, die alle Konventionen sprengt. Ein Verrat, der zu einer blutigen Familienfehde führt. Eine Clique von Aristokraten, die ihre Konflikte auf dem Rücken der eigenen Bevölkerung austrägt. Peter Tschaikowskis Mazeppa spannt einen großen Bogen vom Privaten ins Politische und trifft mitten ins Herz unserer Gegenwart. Vom 13. September bis 15. Oktober an der Oper Frankfurt.
Was bleibt von einer Liebe, wenn die gemeinsame Gegenwart längst vergangen ist? In Warten auf heute verbindet Regisseur David Hermann vier Werke von Arnold Schönberg und Frank Martin zu einer bewegenden Geschichte über Nähe, Verlust, Erinnerung und die Vergänglichkeit der Zeit. Vom 19. September bis 17. Oktober 2026 an der Oper Frankfurt.
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