ERSTER TEIL
In ihrem Lebensabend blickt die gealterte Bellezza (Schönheit) auf ihr Leben zurück und erinnert sich an ihre inneren Reflexionen in jungen Jahren, an die verzweifelte, schmerzliche und zerstörerische Auseinandersetzung mit ihrem eigenen Körper, an den Versuch und Prozess der Selbstakzeptanz:
Als junger Mensch erlebt sie den gesellschaftlichen und medial vermittelten Druck, äußerlich einem bestimmten Schönheitsideal zu entsprechen. Gleichzeitig gerät das Bewusstsein über ihre eigene Endlichkeit immer mehr in den Fokus.
Piacere (Vergnügen), die die unaufhörliche Selbstoptimierung bis zur Perfektion verkörpert, zieht Bellezza mit ihrer äußeren Makellosigkeit, ihrem Strahlen, ihrer Selbstsicherheit und ihrem Erfolg in ihren Bann. Piacere verspricht Bellezza, mithilfe von kosmetischen Eingriffen zur Erfüllung ihrer Sehnsüchte und Lebensziele zu gelangen.
Tempo (Zeit) und Disinganno (Erkenntnis) stehen Piacere gegenüber. Tempo erinnert Bellezza an die Vergänglichkeit des Lebens und der Schönheit, während Disinganno sie vor dem trügerischen Schein oberflächlicher Schönheit warnt.
In diesem Spannungsfeld ringt Bellezza um ihr Selbstwertgefühl, ihre Selbstakzeptanz und die Fragen nach der Sinnhaftigkeit ihres Lebens sowie die damit zusammenhängenden Entscheidungen. Dabei begegnet sie auch ihrem älteren Ich. Nach langer Überlegung lässt Bellezza sich von Piaceres Versprechungen verführen und willigt in einen ersten körperlichen Eingriff ein.
ZWEITER TEIL
In Piaceres Bannkreis gefangen, schlägt Bellezzas Hoffnung, dem Lebensglück durch Selbstoptimierung näher zu kommen, in Sucht um.
Beim Anblick ihres veränderten Spiegelbilds keimen allerdings Zweifel über das Eingreifen in die Natur ihres Körpers und dessen zeitgemäße Veränderungen auf, verkörpert durch Tempo und Disinganno.
Auch die erneute Ahnung ihres älteren Ichs führt der jungen Bellezza das Gewicht und die Konsequenz ihrer Entscheidungen vor Augen. Zunehmend begreifend, dass der eingeschlagene Weg in Kontrollverlust und Leere geführt hat, lässt sie die Lebensperspektiven von Tempo und Disinganno immer mehr zu. Schließlich muss sie der Wahrheit und damit der Unumkehrbarkeit ihres eingeschlagenen Weges ins Auge sehen.