Opéra comique in drei Akten / Text von Henri Meilhac und Ludovic Halévy / Uraufführung 1875 / Premiere vom 5. Juni 2016 / In französischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Bizets Musik und die Interpretation von Barrie Kosky führen Extreme zueinander. Varietéhafte Leichtigkeit und Ekstase treffen auf unbewegliche, erstarrte Muster bei den Rollenporträts von Don José und Micaëla. Die Fallhöhe ist groß: Sie führt vom doppelbödigen Operettenton bis hin zur Tragödie.
Vom 13. Dezember 2025 – 31. Januar 2026 im Opernhaus.
»Si tu ne m'aimes pas, je t'aime; Si je t'aime, prends garde à toi!«
UNWIDERSTEHLICH
Text von Zsolt Horpácsy
In vielen Fassungen und Bearbeitungen wurde Georges Bizets Carmen seit ihrer Uraufführung 1875 präsentiert und gehört zweifellos zu den meistgespielten Opern aller Zeiten. Der Komponist führt in seinem letzten Werk extreme Akzente einer Liebesgeschichte zueinander, lässt sie aufeinanderprallen und zeigt die Beziehung von Carmen und Don José in ihrer Tragik. Die Leichtigkeit des Varietés trifft in dieser Oper auf unbewegliche, erstarrte Lebensmuster. Im Gegensatz zur Vorlage, in der Prosper Mérimée aus der Sicht des Don José die Geschichte erzählt, verlagert Bizet den Mittelpunkt und setzt auf die Titelfigur. Aus ihrer Sicht erleben wir die Geschichte.
Barrie Koskys Carmen-Inszenierung gehört seit zehn Jahren zum Repertoire der Oper Frankfurt und hat nichts an ihrer unwiderstehlichen Kraft verloren. In knappen Zwischentexten entwickelt sich die Handlung in dieser Produktion und steuert dem tragischen Schluss entgegen. Durch unerwartete Brüche und bissigen Humor sprengt Koskys Vision die gängigen Carmen- und Spanien-Klischees. Mit großer Freude bereitet sich Bianca Andrew auf ihr Rollendebüt in der Titelpartie vor. Sie wird die berühmteste Frauenfigur der Opernliteratur alternierend mit Zanda Švēde gestalten, die als Carmen bereits in mehreren Wiederaufnahmen dieser Produktion gefeiert wurde. Joseph Calleja, der Startenor der Premieren-Serie, kehrt an die Oper Frankfurt zurück und wird das tragische Porträt Don Josés alternierend mit AJ Glueckert und Abraham Bretón darstellen.
Teaser zu »Carmen« von Georges Bizet | Oper Frankfurt
PLAY, AUGEN ZU UND OPER!
Dramaturg Zsolt Horpácsy entführt Sie in Carmens Welt und bringt Ihnen die Handlung, Entstehungsgeschichte und Inszenierung näher. Alle Auftakt-Folgen finden Sie bei SoundCloud,Spotifyund ApplePodcasts.
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HANDLUNG
Der Sergeant José verfällt Carmen, die in der Tabakfabrik ihre Kollegin mit einem Messer angegriffen hat. Sie soll von ihm ins Gefängnis gebracht werden. Doch Carmen überredet ihn, sie frei zu lassen – was José auch tut. Er setzt damit seine Soldatenehre und die bürgerliche Ehe mit Michaela aufs Spiel. José wird zum Deserteur und folgt Carmen in die Berge, um als Schmuggler an ihrer Seite zu leben. Er will sie ganz besitzen. Doch seine Hingabe widerspricht ihrem Freiheitswillen. Sie lässt sich von niemandem vereinnahmen. Carmen verliebt sich in den Stierkämpfer Escamillo. Don José gelingt es nicht, sie zurückzugewinnen und an sich zu binden. Er tötet sie.
Bizet hinterließ uns seine Carmen in verschiedenen Versionen, aber nicht im Sinne mehrerer in sich geschlossener Fassungen, sondern eher als eine Fülle von Umarbeitungsstadien. Einige Nummern wurden gar nicht, andere bis zu vier Mal überarbeitet. Die überlieferten Quellen, allen voran Bizets fast vollständig erhaltene Partitur-Reinschrift, und sekundären Materialien, wie die Noten der Uraufführung, aber auch Briefe, erlauben eine genaue Dokumentation der Genese der Fassungen. Die musikalische Einrichtung der Neuproduktion basiert auf den Studien dieser wertvollen Quellen, auf der kritischen Neuausgabe des Werkes.
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Eine Liebe, die zur Tragödie wird: Cio-Cio-San gibt alles auf, um mit dem Marineoffizier Benjamin F. Pinkerton ein besseres Leben zu finden. Doch als Pinkerton zurückkehrt, ist nichts mehr, wie es war ... Vom 6. Februar bis 20. März 2026 an der Oper Frankfurt.
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