22.01.2025
DIE ZAUBERIN
Ein mitreißendes Eifersuchtsdrama, politische Intrigen und religiöse Spannungen – Tschaikowskis »Die Zauberin« vereint all das in einer Oper – vom 7. Februar bis 14. März 2025 an der Oper Frankfurt.
Festa teatrale / Text von Giuseppe Parini / Uraufführung 1771, Teatro Regio Ducale, Mailand / In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Der 15-jährige Mozart lieferte mit Ascanio in Alba in der Hoffnung auf eine feste Stelle am Hof eine Art musikalisches Bewerbungsschreiben. Mit seiner Festa teatrale zeigt er bereits all das, was für wir vom reiferen Komponisten lieben – ein Fest der Stimmen!
Vom 17. Dezember 2023 – 3. Januar 2024 im Bockenheimer Depot.
»Dieser Knabe wird uns alle vergessen machen.«
Im August 1771 reisen Vater und Sohn Mozart in einer Kutsche nach Mailand. Keine geringere als Kaiserin Maria Theresia hat den erst 15-jährigen Komponisten gerufen. Der kaiserliche Lieblingssohn Ferdinand soll dort zu seine vier Jahre ältere, sehr wohlhabende Braut Maria Beatrice d’Este ehelichen. Bei den mehrtägigen Hochzeitsfeierlichkeiten erklingt eine Festa teatrale, eine Serenade, aus der Feder des jungen Mozart. Die Feiern hatten schon begonnen, als Mozart noch probte und arbeitete.
Die Uraufführung von Ascanio in Alba fand am dritten Tag der Festlichkeiten, am 17. Oktober 1771, statt. Mit seinem Werk stellte W. A. Mozart die am Tag zuvor uraufgeführte, abendfüllende Oper von Johann Adolph Hasse Il Ruggiero ovvero L’eroica gratitudine in den Schatten. Vater Leopold berichtet voller Stolz nach Hause: »Alle Kavaliere und andere Leute reden uns beständig auf den Straßen an, dem Wolfgang zu gratulieren …. Die Serenade des Wolfgang hat die Oper vom Hasse so niedergeschlagen, dass ich es nicht beschreiben kann. Selbst der arrivierte Komponist gibt großzügig zu: »Dieser Knabe wird uns alle vergessen machen.«
Dramaturgin Deborah Einspieler stimmt Sie mit dieser Audioeinführung zu Ascanio in Alba auf Ihren Besuch ein und erläutert Handlung, Musik und Inszenierung. Sie finden alle Auftakt-Folgen bei SoundCloud, Spotify und ApplePodcasts.
Göttin Venus eröffnet ihrem Sohn Ascanio, dass er Silvia heiraten soll. Dieser hat Bedenken, weil er die Braut nicht kennt. Doch die Göttin beschwichtigt ihn und verrät, dass Amor schon seit vier Jahren in der Gestalt Ascanios in Silvias Träumen auftaucht. Um sich ein Bild von der künftigen Braut zu machen, dürfe er ihr zwar begegnen, sich ihr jedoch nicht als Ascanio vorstellen.
Silvia verliebt sich in den Fremden, weist ihn aber aus Pflichtgefühl ihrem künftigen Ehemann Ascanio gegenüber zurück. Triumphierend verheiratet Venus das junge Paar.
»Durch Venus erleben wir eine starke und moderne Frau, die wie Maria Theresia darum bemüht ist, ihre Position aufrechtzuerhalten. Wir sehen, wie sie ihre Familie und ihr Geschäftsimperium schützt, indem sie Allianzen mit anderen einflussreichen Familien schmiedet und eine geeignete Heirat für ihren Sohn Ascanio arrangiert. Doch der Preis ist hoch: Wann verwandelt sich ihre Zuneigung für den Sohn und ihr Engagement für den Status ihrer Familie in eine deutlich dunklere Geschichte über Kontrolle und Manipulation? Inwieweit sind die anderen Charaktere in der Lage, eigenständig zu handeln?
Zum Glück verliebt sich Ascanio tatsächlich in das Mädchen, das die Herrscherin für ihn ausgewählt hat. Aus seiner behaglichen, kosmopolitischen Lebensweise gerissen und in das provinzielle Alba geworfen, kämpft er darum, sich von seinem Kulturschock zu erholen. Er verkleidet sich und muss seine Gefühle verbergen, bis er sie offenbaren darf. Wir erleben, wie seine Leidenschaft unter der Oberfläche brodelt.
Ich freue mich darauf, der Modernität des Stückes nachzuspüren. Arrangierte und ›angemessene‹ Ehen sind in einigen Kulturkreisen weiterhin Realität. In Ascanio in Alba begegnen wir Themen wie Liebe und Treue sowie Konflikten zwischen Pflicht und persönlichem Glück. Was sie interessanter macht, ist die Kehrseite: Welchen Preis zahlen Menschen für politische Einflussnahme und Erfolg? Ich freue mich ebenso auf die Erkundung komplexer Aspekte von Machtstrukturen, persönlichen Ambitionen und individueller Willensfreiheit.
Bei meinem Regiedebüt in Deutschland und der Zusammenarbeit mit großartigen Künstler*innen aus dem Ensemble und dem Opernstudio möchte ich dem Stück Vielschichtigkeit verleihen und keine bloße Festa inszenieren, sondern eine Geschichte mit ausdrucksstarken Charakteren erzählen, die das Publikum in ihren Bann zieht.«
Dmitri Schostakowitsch 1906–1975
Streichquartett Nr. 8 c-Moll op.110 (1960)
Wolfgang Amadeus Mozart 1756–1791
Serenade Nr. 12 c-Moll KV 388 (KV 384a) Nacht Musique
für zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Hörner und zwei Fagotte (1782/83)
Pause
Wolfgang Amadeus Mozart
Serenade Nr. 11 Es-Dur KV 375
für zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Hörner und zwei Fagotte (1781)
7. Januar, 11 Uhr, Holzfoyer
Tauchen Sie ein in die Entstehung von Mozarts Ascanio in Alba! Regisseurin Nina Brazier und die Dirigenten Alden Gatt und Lukas Rommelspacher nehmen Sie mit hinter die Kulissen, von der ersten Probe bis zur Premiere.
Erleben Sie die Höhen und Tiefen des Probenprozesses dieses selten aufgeführten Werks! In der Videoreihe »Beyond the Stage« kommen Personen aus den Bereichen zu Wort, die sonst eher im Hintergrund bleiben: Orchester, Chor, Regieassistenz, musikalische Einstudierung – kurz gesagt, die Expert*innen, wenn es um die Musik geht.
Für die Premiere von Ascanio in Alba, in der Regie von Nina Brazier und unter der musikalischen Leitung von Alden Gatt. Vom 17. Dezember 2023 – 03. Januar 2023 an der Oper Frankfurt.
SZENENFOTOS Monika Rittershaus
FOTOS Frances Marshall
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Veröffentlicht am
14.12.2023
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