WIR MACHEN MASKEN

Theater kann nur gelingen, wenn viele Menschen unterschiedlichster Abteilungen zusammenarbeiten. In der aktuellen Situation ist das, was wir, die Mitarbeiter*innen der städtischen Bühnen, täglich praktizieren – Miteinander –, nur eingeschränkt möglich, obwohl es gerade in diesen Tagen reichlich Bedarf an eingespieltem Teamwork gibt. Und so kommt die Zusammenarbeit unserer Abteilungen – darunter Kostümabteilung, Schneiderei, Ankleidedienst, Maskenbildnerei, Inspizienz, Beleuchtungsabteilung, Ton und Dramaturgie – aktuell in Form von selbst genähten Behelfsmasken* denjenigen zugute, die diese im medizinischen und pflegerischen Bereich dringend brauchen.

»Der Auslöser unserer privaten Initiative war das Gespräch von Bianca aus der Maskenbildnerei mit einer Bekannten, die für eine Leipziger Kinderklinik arbeitet. Sie erzählte Bianca von dem Mangel an Schutzmasken und fragte, ob man nicht selbst welche nähen könnte«, schildert Kathrin Schneider vom Ankleidedienst, die daraufhin gemeinsam mit Bianca Neubauer die ersten 70 Stück für die Kinderklinik in Leipzig nähte – nach dem Vorbild einer im Internet veröffentlichten Anleitung der Stadt Essen.

»Und dann dachten wir: Wir müssen auch die Krankenhäuser und Praxen hier vor Ort unterstützen!« Anne Ginsberg aus der Maskenbildnerei und Teresa Kunz aus der Tonabteilung kamen mit ins Boot. Schnell wurden die medizinischen Einrichtungen in Frankfurt abtelefoniert. Dann stieg Yasmine Bersch aus der Schneiderei ein, brachte weitere Kolleg*innen ihrer Abteilung mit, »und wir haben begonnen, auf Spendenbasis Stoffe zu bestellen. Wer unsere Arbeit finanziell unterstützen will, kann auch weiterhin spenden

»Inzwischen sind wir über 20 Kolleg*innen, die das Material zuhause zuschneiden, bügeln, nähen. Dabei entwickelt so mancher ganz neue Fähigkeiten: Georg Max aus der Beleuchtungsabteilung zum Beispiel wurde ins Bügelhandwerk eingearbeitet. Die einzelnen Arbeitsschritte haben wir unter uns aufgeteilt und die Anleitung in Absprache mit einem Arzt des Frankfurter Kinderhospitals Clementine weiter optimiert. Das Material, Stoff, Draht, Garn und Schrägband, wird bestellt, zur Verarbeitung vorbereitet und portioniert. Garderobenmeisterin Silke Mondovits, ›verfährt‹ die Materialpakete unter uns und sammelt später die fertigen Masken wieder ein, um sie an die Kliniken, Praxen und Pflegeheime zu liefern.«

Und wie lange dauert es, bis eine Maske fertig genäht ist? Kathrin lacht: »Naja, das ist ganz unterschiedlich und natürlich auch ein bisschen von der Übung im Nähen abhängig. Ich brauche für eine Maske, wenn der Stoff bereits vorgebügelt ist, 7 Minuten« Manch andere Kollegin näht vielleicht nur 10 Masken am Tag – macht nichts, jede Maske wird gebraucht und gern genommen. DANKE!

 

*Die Masken werden komplett selbst gefertigt. Sie sind weder geprüft, noch zertifiziert. Es handelt sich lediglich um einen Behelfs-Mund-Nasen-Schutz, sofern die zertifizierten Einmal-Mund-Nasen-Schutzmasken im Pandemiefall nicht mehr verfügbar sind. Weitere Informationen finden Sie unter diesem Link.

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Von Mareike Wink

1. April 2020

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